Das grosse Finale

Riesling Champion 2019

Text: Rudolf Knoll, Fotos: Jana Kay

In Feierlaune mit dem Besten, was deutscher Riesling zu bieten hat! Lassen wir die deutschen Winzer hochleben, die beim inzwischen achten Wettbewerb um den Riesling Champion und in verschiedenen spannenden Kategorien von Trocken bis Edelsüss ganz vorn dabei waren. Besonders erfolgreich waren Repräsentanten aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Mosel (oder Saar, Ruwer), einige gleich mehrfach...

Wurden da ein paar Gläser Riesling zu viel verkostet? Oder lag es daran, dass uns eine wichtige Person fehlte, die beim Concours International de Lyon scheinbar Verantwortung trug. Hier teilte man uns – allen Ernstes! – mit, die Verkostung habe unter Kontrolle eines Saaldieners (!) stattgefunden... Auf jeden Fall sehen wir jetzt einige Male etwas doppelt. Wir haben nicht nur einen Champion, sondern deren zwei, nämlich die Familie Huff (Georg Gustav) aus Nierstein-Schwabsburg und aus dem nicht weit entfernten Weinolsheim das Haus Manz, das 2017 bereits Titelträger war. Und wir haben zwei Betriebe, die gleich in zwei Kategorien die Nase vorn haben, nämlich das Weingut Neiss aus dem nordpfälzischen Kindenheim (Sieger der Kategorie Edelsüss sowie mit Rieslaner in der Kategorie Kinder des Riesling) und Maximin Grünhaus, das Weingut der Familie von Schubert aus Mertesdorf im Ruwertal mit dem besten fruchtigen Wein und dem raffiniertesten Kabinett. Maximin von Schubert konnte sich zudem noch über einen dritten Rang in der Champion-Wertung freuen. Auch ein 1985er von der Scheurebe wurde aufgeboten. Der trug zum doppelten Erfolg für den Südpfälzer Süsswein-Spezialisten Jürgen Frey aus Essingen bei, der damit und mit einer jungen Scheurebe zweimal auf Rang zwei landete.

Ausrufezeichen auf den Rängen

Bei solchen «Absahnern» bleibt dennoch Spielraum für andere. In weiteren Disziplinen grüssen die Bischöflichen Weingüter aus Trier (Auslese) und das Weingut von Hövel aus Oberemmel (Feinherb/Halbtrocken) als Sieger. Namhafte und weniger populäre Erzeuger setzen auf den Plätzen zwei und drei Ausrufezeichen, etwa die schon seit Jahren auftrumpfenden Brüder Rings aus Freinsheim (Pfalz), Gröhl aus Weinolsheim (Rheinhessen), Spreitzer und Wegeler aus Oestrich-Winkel (beide Rheingau), Schloss Saarstein aus Serrig und Schloss Lieser (beide Mosel) und Reichsrat von Buhl aus Deidesheim (Pfalz). Noch ein Erfolgsdoppel verbindet sich mit dem südpfälzischen Weingut der Familie Meyer in Heuchelheim-Klingen: dritter Rang in der Kategorie Trocken, dazu fünf andere Weine, die im Finale ausgezeichnet bewertet wurden und zu einer Topnote in der Champion-Wertung führten. Für uns ein guter Grund, Vater Karl-Heinz und Sohn Andreas als «Entdeckung» auszuzeichnen. Ebenfalls im Rampenlicht stehen Repräsentanten der Nahe, nämlich die Hahnmühle der Familie Linxweiler in Mannweiler-Cölln (Nahe) und Joh. Baptist Schäfer (Sebastian Schäfer) aus Burg Layen, die Moselaner Gernot Hain aus Piesport und Ernst Clüsserath aus Trittenheim (Mosel) sowie die Pfälzer Karl Pfaffmann Erben aus Walsheim und Hanewald-Schwerdt aus Bad Dürkheim.

Es empfiehlt sich auch, den Betrieben, die es in der Champion-Wertung nicht auf das Treppchen geschafft hatten, Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu gehören der bislang zweifache Champion Philipp Kuhn aus Laumersheim und die Brüder Rings aus Freinsheim (beide Pfalz), die ebenso wie das Staatsweingut Weinsberg nur knapp das Treppchen verpassten. Die renommierten Moselaner Güter Fritz Haag (Brauneberg) und Erben von Beulwitz (Mertesdorf) waren ebenfalls nicht weit weg vom Podest. In der Spitze und auch etwas darunter ging es extrem eng zu, wie die Gesamtnoten deutlich machen. Selbst mit einem Schnitt von 17 Punkten für vier Weine (darunter nur ein Edelsüsser) reichte es nicht zu einem Platz an der Sonne. Aber eine solche Note steht bei VINUM für sehr, sehr guten Wein! Und im Guide im hinteren Heftteil sind eine Reihe beachtlicher Weine zu finden, nicht selten mit einem sehr guten Preis-Wert-Verhältnis. Auf ein paar Probleme ist hinzuweisen. Das kürzlich gehaltene Plädoyer von Kollegin Ursula Geiger im «Klartext» für Schraubverschluss (VINUM 6 | 2019) fand Bestätigung. Vor allem bei den trockenen Weinen wurden erstaunlich viele Problemweine, verursacht durch Naturkorken, registriert. Die klaren, sofort erkennbaren Korkschmecker waren dabei in der Minderheit, heimtückische Beeinflussungen in der Mehrheit. Erst als eine weitere Flasche geöffnet wurde, herrschte Klarheit: doch ein guter, feiner Riesling...

Einige Male erspürten unsere Verkoster ein Stechen in der Nase, das an das Anzünden eines Streichholzes erinnerte. Schwefelige Säure, zugesetzt kurz vor der Füllung, beeinträchtigte diese Jungweine so sehr, dass wir sie aus der Wertung nehmen mussten. Schade drum, denn als Fassprobe in der Vorrunde zeigten sie Format. Apropos Fassprobe. Für das Finale waren sie nicht zugelassen; auch deshalb mussten wir einige eigentlich vielversprechende Weine aussortieren, teilweise wegen Trübung.

Jahrgang 2018 nicht pauschal grossartig

Und dann müssen wir all denen einen Zahn ziehen, die pauschal von einem Jahrhundertjahrgang 2018 sprechen und ihn als aussergewöhnlich loben. Aber das ist nur beschränkt der Fall. Schon die Erntemenge von mehr als 100 Hektoliter auf einem Hektar im Schnitt ist ein deutlicher Hinweis, dass 2018 nicht durchgängig grossartig war, sondern nur bei Betrieben, die für das hitzige Jahr den richtigen Umgang fanden. In der Vorrunde verkosteten wir auffällig viele Weine mit einem deutlichen Bitterton im Aroma und im Geschmack. Eine Ursache dafür könnte häufiger, nicht erkannter Sonnenbrand auf den Trauben gewesen sein.

PS: Zu bewundern war die Geduld der Siegerwinzer, die im Goldflitter-Regen von Fotografin Jana Kay so lange badeten, bis die Bilder im Kasten waren.

 

Gesamtsieger Champion | Kategoriesieger Trocken

Trockener Spitzenreiter


Weingut Georg Gustav Huff
Nierstein-Schwabsburg
www.weingut-huff.com

2017 Schloss Schwabsburg

Der beste trockene Riesling ist elegant und finessenreich, die feine Frucht spielt mit der präzisen Säure (19 Punkte).

2018 Schloss Schwabsburg

Eiswein Eiswein braucht eine satte, saftige Säure, welche die feine Fruchtsüsse sanft umschmeichelt (17.5 Punkte).


 

Gleich drei gute Häuser in Rheinhessen können zum indianischen Wein-Lob «Uff, ein Huff» verleiten. Hier betrifft es das Weingut Georg Gustav Huff im Niersteiner Ortsteil Schwabsburg, ein seit rund 300 Jahren bestehender Familienbetrieb, in dem sich jeder für alles zuständig fühlt. Das konnte diesmal in tolle Ergebnisse münden. Mit sechs Weinen waren die Huffs im Finale vertreten, darunter zwei Edelsüsse. Der Eiswein (17.5 Punkte) brachte etwas mehr Gewicht als die Beerenauslese (17 Punkte) in die Waagschale für die Champion-Wertung. Dafür kam der Wein aus der gleichen Lage (Schloss Schwabsburg) mit 19 Punkten auf das Siegertreppchen – er war letztlich auch das Zünglein auf der Waage für den (geteilten) Gesamtsieg. Wer die nach wie vor sehr aktiven Senioren Helga und Dieter, die Söhne Daniel (inklusive Gattin Stefanie) und Stefan (mit Partnerin Caroline) näher kennenlernen will, sollte sich den Termin der herbstlichen Jahresverkostung am 21./22. September mit Weinbergrundfahrt und musikalischer Begleitung vormerken.

Mit diesen vier Weinen wurde das Weingut Huff Riesling Champion

19 Punkte (Kategoriensieger Trocken)
2017 Schloss Schwabsburg trocken

17.5 Punkte
2017 Pettenthal Steig Sommerseite trocken

16.5 Punkte
2017 Hipping trocken

17.5 Punkte
2018 Eiswein

 

Gesamtsieger

Rassiger Kabinett


Weingut Manz
Weinolsheim
www.manz-weinolsheim.de

2018 Oppenheimer SackträgerTrockenbeerenauslese

Sehr konzentriert mit opulenter Frucht und exzellentem Säurenerv (18 Punkte).

2018 Pettenthal Riesling trocken

Parade-Riesling aus der Niersteiner Toplage mit Spannung, saftiger Säure, Würze und diskreter Frucht (17.5 Punkte).


 

Hier drängt sich ein Kurzgedicht auf: «Der Manz, der kann’s». Und das schon seit etlichen Jahren. Früher war das Vater Erich Manz, der bereits mit guten Weinen auf sich aufmerksam machte, obwohl er «nebenbei» noch eine gut florierende Lohnabfüllung mit drei Millionen Flaschen im Jahr für Kollegen betrieb. Dann bekam man Zugriff auf sehr gute Lagen des Weingutes der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau in Nierstein und Oppenheim und orientierte sich nach dem Einstieg von Junior Eric neu. 2010 erfolgte die endgültige Zäsur: Nur noch Konzentration auf die eigenen Fluren. Was das gebracht hat, war die letzten Jahre bei VINUM festzustellen: 2017 Champion, 2018 dritter Platz und jetzt erneut ganz Gesamtsieger. Was verbunden war mit einer besonderen Freude. Denn man durfte sich den Sieg mit sehr guten, langjährigen Freunden in Nierstein teilen. Ein Wein fiel in der aktuellen Kollektion besonders auf, nämlich der rassige, fruchtbetonte Kabinett. Bei ihm musste Erich Manz kurzfristig im Weinberg umdisponieren. «Eigentlich sollte das ein Eiswein werden, aber es wurde nicht kalt genug.»

Mit diesen vier Weinen wurde das Weingut Manz Riesling Champion

17.5 Punkte
2018 Pettenthal trocken

17.5 Punkte
2017 Pettenthal trocken

17.5 Punkte
2018 Kabinett «1312»

18 Punkte
2018 Oppenheimer Sackträger Trockenbeerenauslese

 

Gesamtsieger 3. Platz | Kategoriesieger Fruchtig & Echte Kabinett

Unverkennbar Grünhaus


Maximin Grünhaus
Familie von Schubert
54318 Mertesdorf
www.maximingruenhaus.de

Herrenberg Spätlese

Diese brillante, finessenreiche und raffinierte 2018er Spätlese war in der Kategorie Fruchtig nicht zu schlagen (18 Punkte).

Kabinett Abtsberg

Grosses Ballett auf der Zunge zeigte dieses filigrane Leichtgewicht, das bei den Kabinettweinen auf Rang Eins kam (18 Punkte).


 

35 Jahre lang bestimmte Dr. Carl von Schubert, 67, die Geschicke des Traditionsbetriebes. 2014 übergab er an die vierte Generation, seinen ältesten Sohn Maximin, 36, der eigentlich Betriebswirtschaft studiert hatte, aber zuhause schon lange mitarbeitete. Der Junior entschloss sich flugs zur Mitgliedschaft im VDP, was der Nobelclub sofort nutzte, um den Senior 2016 zum Regionalvorsitzender zu küren – eine Aufgabe, für die er mit seiner ausgleichenden Art prädestiniert ist. Im 34-Hektar-Betrieb ist Konstanz die Regel. Das fängt schon bei den herrlich altmodisch anmutenden Etiketten an. Stefan Kraml, 51, ist seit 16 Jahren für die Weine verantwortlich und pflegt hier einen sehr typischen, unverkennbaren «Grünhaus-Stil» mit unbeschwert anmutender Leichtigkeit und animierenden Kräuternoten im Aroma sowie einem langen Abgang. Verzicht auf Reinzuchthefe ist immer schon die Regel. Ausgebaut werden die Weine aus den Lagen Abtsberg, Brudersberg und Herrenberg in einem alten Gewölbekeller in Holz und Edelstahl, meist in kleinen Gebinden. Aktuell steht die Eröffnung einer neuen Vinothek an (am 7. September). «Für uns ein echter Meilenstein und Fortschritt», meint Maximin von Schubert und bedauert: «Zur VINUM-Ehrung können darum leider nur meine Weine kommen.»

Den 3. Rang in der Championwertung holte sich Maximin Grünhaus mit diesen vier Weinen

18 Punkte (Kategoriensieger Fruchtig)
2018 Herrenberg Spätlese

17 Punkte
2018 Monopol Gutswein

17 Punkte
2017 Abtsberg Beerenauslese

18 Punkte (Kategoriensieger Echte Kabinettweine)
2018 Abtsberg Kabinett

 

Kategoriesieger Auslese

Bischöflicher Kellermeister


Bischöfliche Weingüter
54290 Trier
www.bischoeflicheweingueter.de

Kanzemer Altenberg 2018

Federleichte Anmutung mit delikater Frucht im Aroma und im Geschmack sowie eine zartnervige Säure sind Merkmale dieser klassischen Mosel-Auslese (18 Punkte).


 

Es ist ein kompliziert anmutendes Unternehmen, das Bischöfliche Weingut mit seinen 130 Hektar in den drei Bereichen Mosel, Saar und Ruwer mit über 60 Einzellagen, meist in steilen Fluren. Ursprünglich gab es drei Weingüter (Bischöfliches Konvikt, Priesterseminar und Hohe Domkirche), die 1966 «vermählt» wurden, so dass heute ein Gesellschafter-Trio regiert. 2003 wurde dann noch das Weingut Friedrich-Wilhelm-Gymnasium erworben. Der Weinbergbesitz entstand über einen langen Zeitraum auch durch Stiftungen und Schenkungen. Der Logistikaufwand bei einer Distanz von insgesamt 100 Kilometern zwischen Mittelmosel und Saar ist enorm. Ausgebaut werden die Weine mitten in Trier in teilweise aus der Römerzeit stammenden weiträumigen Kellergewölben in Holz und Stahl.

Etliche Jahre liess das Weingut nur gelegentlich Potenzial aufblitzen. Das änderte sich mit dem Einstieg des an der Mosel geborenen, international erfahrenen Geisenheim-Absolventen Dr. Karsten Weyand im Sommer 2010. Er sorgte durch viel Motivierung der Mitarbeiter, Schaffung neue Strukturen und Abschaffung von Routine dafür, dass sich Profis wie der «ewige Kellermeister» Johannes Becker, 57 (seit 1977 im Betrieb), qualitätsfördernd entfalten konnten. Schade nur, dass sich der 47-Jährige in wenigen Wochen neuen Aufgaben in Spanien zuwendet.

 

Kategoriesieger Edelsüss & Kinder des Riesling

Nordpfälzer Doppelsieger


Weingut Neiss
67271 Kindenheim
www.weingut-neiss.de

2018 Trockenbeerenauslese Burgweg

Ein nahezu perfekter Süsswein, ungemein konzentriert und doch rassig. Axel Neiss kann ihn auch noch im Ruhestand geniessen (19 Punkte).

2018 Rieslaner Beerenauslese

Der legendäre Betriebsleiter Hans-Günter Schwarz führte diese Sorte in der Pfalz ein. Er wird mit diesem exzellenten Exemplar glücklich sein (19 Punkte).


 

«Und hier ist der VINUM-Altar», lacht Axel Neiss und verweist auf reichlich Urkunden und Pokale in seinem Verkostungsraum. Bald wird er anbauen müssen. Denn zwei Pokale (und diverse Auszeichnungen für sehr gute Weine) kommen jetzt dazu. Dass er mit einer Riesling-Trockenbeerenauslese und einer Rieslaner-Beerenauslese auf das Sieger-Treppchen sprang, lässt ihn schmunzeln: «Hoffentlich gelte ich jetzt nicht als Süsswein-Spezialist. Aber solche Weine sind mein Hobby.» Ansonsten mag er es trocken und ist auch mit seinen Rotweinen regelmässig bei VINUM vorn dabei, das erste Mal schon 1996 mit einem Dornfelder. Damals war er 24 Jahre jung und nach einer Lehre in der Südpfalz und Champagne sowie einem Studium in Geisenheim dabei, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Schnell erkannte er, dass man als Winzer in dem unbekannten 1000-Seelendorf Kindenheim im Norden der Pfalz Besonderes leisten muss, um wahrgenommen zu werden. Er schaffte es, hat heute 40 Hektar unter Reben, vermarktet 30 Prozent seiner Weine im Export und ist im Fachhandel und der Gastronomie akzeptiert. Vor einigen Jahren konnte er mit einem grosszügigen Kellerneubau beengte Verhältnisse in der Ortsmitte vergessen machen. Und er kann sich im Ausbau auf ein «tolles Team» und hier vor allem auf seinen jungen Kellermeister Hendrik Amborn verlassen.

 

Kategoriesieger Halbtrocken | Feinherb

Max macht das Rennen


Weingut von Hövel
54329 Konz-Oberemmel
www.weingut-vonhoevel.de

2010 Oberemmeler Hütte Spätlese feinherb

Ein reifer Riesling, aber immer noch taufrisch und rassig. Prächtige Abstimmung zwischen Frucht und Säure, feine Vibration (17.5 Punkte).


 

Als Maximilian von Kunow nach einer Winzerlehre, dem Studium in Geisenheim und dreijähriger Beratertätigkeit für die Vereinigung der Privatwinzer in Luxemburg 2010 in den alteingesessenen Familienbetrieb einstieg, prophezeite ihm ein netter Kollege trotz seines vielversprechenden Werdegangs: «An diesem Jahrgang wirst du scheitern.» Das regte wohl den Ehrgeiz des heute 40-Jährigen besonders an. Der Vertreter der siebten Generation bekam den säurebetonten 2010er auch ohne übliche Entsäuerungsmassnahmen in den Griff und gewann Riesling mit sehr gutem Alterungspotenzial – wie die jetzt erfolgreiche Spätlese aus der im Alleinbesitz befindlichen Lage Hütte. Damit knüpfte der stämmige, bedächtig wirkende Winzer, von allen nur «Max» genannt, an die Weine von Vater Eberhard an, der zu den Saar-Spezialisten für prächtige fruchtsüsse Kabinettweine, Spätlesen und Auslesen zählte. Der Sohn erweiterte die Palette mit beachtlichen herben Weinen. «Mit Wolf Salwey vom Kaiserstuhl hatte ich dafür einen Mentor, der mir beibrachte, wie grosser trockener Wein geht.» Er setzt mit einem schlagkräftigen Team auf seinen 21,5 Hektar (darunter auch Fläche im berühmten, begehrten Scharzhofberg) fast ausschliesslich auf Riesling. Der reift im Gemäuer der 1803 erworbenen ehemaligen Abtei des Klosters St. Maximus.

 

Kategoriesieger Newcomer

Südpfälzer Entdeckung


Weingut Karl-Heinz und Andreas Meyer
76831 Heuchelheim-Klingen
www.meyer-weingut.de

2017 Maria Magdalena Riesling trocken

Mit solchen Weinen wird man zur Entdeckung: ungemein pikante Frucht im Aroma; saftig, vielschichtig, raffiniert, mit angenehmer, betonter Herbe (18 Punkte).


 

Die vor einigen Jahren bei einem Architekten-Wettbewerb ausgezeichnete Vinothek von Vater Karl-Heinz und Sohn Andreas Meyer wirkt sehr einladend. Der Name am Haus ist plakativ. «Aber zu uns kommen immer wieder Leute, die eigentlich zu einem anderen Winzer mit gleichem Namen wollen», berichtet der 33-Jährige und erklärt gerade einem Ehepaar den Weg zu einem Kollegen. Schliesslich gibt es in der Südpfalz fünf gute Meyers, Meiers oder Maiers. «Da hat man es doppelt schwer, sich zu profilieren.» Wir helfen ihm dabei und verleihen ihm den Titel «Entdeckung des Jahres».

Ganz unbekannt ist Meyer nicht mehr. 2011 gewann er den Wettbewerb «Junge Südpfalz» und wurde einige Jahre in die «Talentschmiede» des Pfälzer VDP aufgenommen. Im VINUM-Weinführer ist er mit zwei Sternen bedacht. Aber beim Wettbewerb trumpfte er gleich mit sechs Weinen richtig auf, belegte Rang drei in der hart umkämpften Kategorie der trockenen Weine und verpasste in der Champion-Wertung nur knapp einen Platz an der Sonne – schon so etwas wie ein Urknall. Den elterlichen Betrieb (heute 18,5 Hektar) übernahm er bereits 2005 als Jungspund nach Ausbildungsjahren bei den Topadressen Siegrist, Wehrheim und Christmann. «Von jedem habe ich mir etwas abgeschaut.» Als sein Riesling-Vorbild bezeichnet er die Weine von Bürklin-Wolf, macht aber gleichzeitig ein Geständnis: «Weissburgunder ist mein Steckenpferd.»

 

Die Champions auf den Plätzen

Diese Platzierungen sind aller Ehren wert! Drei Betriebe verpassten nur um einen Zehntelpunkt den Sprung auf das Treppchen. Einige weitere schafften 17 und mehr Punkte. Die besten vier der angestellten Weine wurden für die Entscheidung herangezogen (ohne Kinder des Riesling, der Scheurebe und des Rieslaner). Nur einer davon durfte edelsüss sein.

17.4 Punkte
Weingut Eckehart Gröhl, Weinolsheim
Weingut Philipp Kuhn, Laumersheim
Weingut Rings, Freinsheim
17.3 Punkte
Andreas Meyer, Heuchelheim-Klingen
Weingut Matthias Müller, Spay
Weingut Josef Spreitzer, Oestrich-Winkel
Staatsweingut Weinsberg
17.1 Punkte
Weingut Fritz Haag, Brauneberg
St. Annaberg, Burrweiler
17 Punkte
Weingut Neiss, Kindenheim
Erben von Beulwitz, Mertesdorf
Weingut Werner, Leiwen
16.9 Punkte
Reichsrat von Buhl, Deidesheim
Weingut Theo Minges, Flemlingen
Weingut Thanisch, Lieserl
16.8 Punkte
Weingut Emrich-Schönleber, Monzingen
Joh. Bapt. Schäfer, Burg Layen
Weingut von Hövel, Oberemmel
16.6 Punkte
Bischöfliche Weingüter, Trier
Schloss Saarstein, Serrig
16.5 Punkte
Bürgerspital, Würzburg
Weingut Jakob Jung, Eltville
Geheimrat Wegeler, Bernkastel-Kues
Weingut Weis, Leiwen
Weingut Zimmermann, Wachenheim
16.4 Punkte
Weingut Faubel, Maikammer
Weingut Hemmes, Bingen
Weingut Knewitz, Appenheim
Weingut Lucashof, Forst
Weingut Riffel, Bingen-Büdesheim
Weingut Spiess, Bechtheim
Geheimrat Wegeler, Oestrich
16.3 Punkte
Weingut Bauer, Landau-Nussdorf
Weingut Bischel, Appenheim
Winzer Cleebronn-Güglingen, Cleebronn
Ernst Clüsserath, Trittenheim
Geils Sekt- und Weingut, Bermersheim
Weingut Goldatzel, Johannisberg
Weingut Künstler, Hochheim
Weingut Pfaffmann Erben, Walsheim
Rebenhof Schmitz, Ürzig
16.1 Punkte
Weingut Abel, Oestrich-Winkel
Weingut Karl Haidle, Kernen-Stetten
Karl May, Osthofen
Weingut Pflüger, Bad Dürkheim
16 Punkte
Weingut Bamberger, Meddersheim
Weingut Bossert, Gundersheim
Weingut Lisa Bunn, Nierstein
Weingut Hahnmühle, Mannweiler-Cölln
Juliusspital, Würzburg
Gebrüder Kauer, Windesheim
Paulinshof, Kesten
Weingut Roth, Wiesenbronn
Schloss Vollrads, Winkel

 

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