Vor allem Sauvignon Blanc betroffen

Weinerzeugung in Neuseeland bricht ein

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 10. November 2021


Die Weinernte in Neuseeland 2021 fiel deutlich geringer aus als im Vorjahr. Die Organisation New Zealand Winegrowers berichtet von Ernteinbussen um 19 Prozent. Der reduzierte Ertrag spiegelt sich im Rückgang des Exportvolumens wider: die Exporte gingen im September 2021 um drei Prozent zurück gegenüber dem Vorjahr. «Weingüter müssen schwierige Entscheidungen darüber treffen, wen sie in ihren Schlüsselmärkten beliefern können», berichtet Philip Gregan, CEO der New Zealand Winegrowers.

Laut dem Jahrgangsbericht der New Zealand Winegrowers produzierte das Land bis zu 68 Millionen Liter weniger Sauvignon Blanc aus Marlborough als im Jahr zuvor. In der Region wurde sogar 21 Prozent weniger als im Vorjahr geerntet. Marlborough ist mit rund 69 Prozent der Rebfläche das bei weitem grösste Anbaugebiet des Landes.

Saisonarbeiter fehlen wegen geschlossener Grenzen

Darüber hinaus wirken sich steigende Produktionskosten, die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie auf die Einreisebestimmungen und die Märkte sowie angespannte Lieferketten weiterhin auf Erzeuger und Weingüter aus. Der prognostizierte Arbeitskräftemangel aufgrund der anhaltenden Schliessung der neuseeländischen Grenzen bleibt ein zentrales Problem, da diese Arbeitskräfte entscheidend dafür sind, ob die Weingüter die Saisonarbeitsspitzen bewältigen können.

«Angesichts der anhaltenden Unsicherheit an den Grenzen Neuseelands arbeitet unsere Branche hart daran, neue Leute für unseren Sektor zu gewinnen, um sicherzustellen, dass wir über das Personal verfügen, um die Ernte 2022 einzubringen, unseren Premium-Wein herzustellen und den Winterschnitt abzuschliessen», so Philip Gregan.

Zuletzt war die Nachfrage nach Wein aus Neuseeland weltweit deutlich gestiegen. Der Exportwert stieg laut dem Verband im ersten Quartal des Jahres um neun Prozent auf 599 Millionen US-Dollar.

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