Nachhaltigkeit in der Weinbranche - Ein guter Tropfen für den Klimaschutz

05.06.2009 - aw-yoopress arthur.wirtzfeld

DEUTSCHLAND (München) - Nicht nur am heutigen Internationalen Tag der Umwelt, der auf die Eröffnung der Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt 1972 zurückgeht, steht angewandte Nachhaltigkeit im Fokus der Öffentlichkeit. Auch auf der London International Wine Fair wurde einmal mehr deutlich, wie die Umsetzung nachhaltiger Konzepte in der Praxis aussehen kann. Neben umweltfreundlicheren Verpackungslösungen und Fair-Trade-Konzepten galt ein verstärktes Interesse auch der CO2-Bilanzierung von Weinen und Weingütern.

 

ClimatePartner, Anbieter von Beratungsdienstleistungen im freiwilligen Klimaschutz, ist seit einiger Zeit in der Weinbranche aktiv, um gemeinsam mit Weingütern und Winzern Konzepte für die Minimierung von CO2-Emissionen in der Weinproduktion zu entwickeln und innovative klimafreundliche Produktangebote im Markt zu platzieren.

Handeln mit Überzeugung, Authentizität und Blick in die Zukunft

"Die Thematik -Klimawandel und ökologisches Bewusstsein- hat die Sinne der Verbraucher geschärft", so  Moritz Lehmkuhl Geschäftsführer von ClimateParnter und erklärt weiter: "Bei  einer Umfrage während der ProWein gaben etwa 85% der befragten Weinproduzenten an, dass sie für die Zukunft einen Anstieg der Nachfrage nach ökologisch und klimafreundlich produziertem Wein erwarten. So gibt es bereits in Frankreich, den USA, in Österreich und bald auch in Deutschland Weingüter, die klimabewusst produzieren und klimaneutralen Wein erfolgreich anbieten."

Die Motivationen der Winzer sind vielschichtig.

Unternehmerisches Verantwortungs- und Gesundheitsbewusstsein, eine Erweiterung der Produktpalette und ein langfristiges Nachhaltigkeitsengagement spielen eine gewichtige Rolle. ClimatePartner zeigt ambitionierten Weingütern auf, wie sie Klimaschutzmaßnahmen aktiv umsetzen können. Dabei entwickelt das Unternehmen für das Weingut einen Klimaschutzfahrplan, der auf dessen Eigenschaften angepasst wird. So erhalten in Nachhaltigkeit erfahrene wie weniger erfahrene Weinproduzenten eine individuelle Beratung.

Grundlage dieser Beratungsleistung ist die Ermittlung der unternehmens- und prozessrelevanten CO2-Emissionen (CO2-Fußabdruck). Anhand der Ergebnisse wird deutlich an welchen Stellen im Prozessablauf klimaschädliche CO2-Emissionen vermieden und eingespart werden können. Das Unternehmen gibt dabei Empfehlungen für geeignete Klimaschutzmaßnahmen und bietet zusätzlich die Kompensation unvermeidbarer CO2-Emissionen an (Klimaneutralität). Durch die Kommunikation des Engagements, erhält das Weingut eine neue oder erweiterte Positionierungsmöglichkeit und ist dadurch in der Lage, die Nachfrage eines ökobewussten Weingenießers zu befriedigen.

Emissionen - nicht direkt sichtbar, aber global wahrnehmbar

ClimatePartner betrachtet für die CO2-Bilanzierung alle Lebenszyklusphasen des Produkts: vom Weinanbau über den Ausbau bis hin zur Abfüllung und Distribution und dem Recycling der Flasche. "Nur eine umfassende Datengrundlage gibt uns die Möglichkeit, auf Reduktionspotentiale hinzuweisen, um die Emissionen in den ersten Schritten zu vermeiden oder zu vermindern", so Katharina Riess, Önologin, und derzeit für ClimatePartner in Kalifornien tätig.

Klimafreundliche Lösungen für die Weinbranche: Von der Theorie zur Praxis

ClimatePartner kann sowohl in der produkt-, als auch in der unternehmensspezifischen Ermittlung von CO2-Emissionen bereits einige Erfahrungen auf dem Weinmarkt vorweisen. Weingüter aus den USA, Österreich und Frankreich haben mit ClimatePartner bereits erste Wege im Klimaschutz beschritten.

"Seit über 400 Jahren betreiben wir unser Weingut in Österreich. Wir arbeiten seit jeher naturverbunden und nachhaltig. Seit kurzem bieten wir mit Unterstützung von ClimatePartner auch klimaneutralen Wein an. Für uns unterstreicht das Engagement im Klimaschutz unsere Philosophie und unseren Qualitätsanspruch", so Birgit Braunstein vom Weingut Braunstein und Winzerin des Jahres 2004.

Auch in Deutschland startete ClimatePartner kürzlich mit weiteren Pilotprojekten. "Neben einer Auswertung der CO2-Emissionen, erhält jedes Weingut eine umfassende Studie, einen Klimarechner zur individuellen Selbstkalkulation und Unterstützung in den Bereichen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit", so Moritz Lehmkuhl Geschäftsführer von ClimateParnter. "Nachhaltigkeit erfährt Glaubwürdigkeit und Nachahmer, wenn Sie umfassend ist. Die Weinbranche befindet sich derzeit auf einem guten Weg."