Im Rückblick - Weinherbst 2015: Piemont erlebt Bilderbuchsommer

13.01.2016 - arthur.wirtzfeld

ITALIEN (Turin) - 2015 war einer der heißesten Sommer im Nordwesten Italiens seit 135 Jahren, was nicht gerade nach einem Rezept für beste Traubenqualität aus den Hügeln des Piemont spricht. Die Winzer vergleichen den ungewöhnlich sonnigen und heißen Jahrgang 2015 mit dem aus 2003. Allerdings waren Sie nun erfahren, denn in 2003 mussten Sie auch um ihre Ernte kämpfen. Dass die Ernte 2015 dennoch gelungen ist, ist einerseits dem ausreichenden Regen im Winter 2014/2015 und damit ausreichenden Wasserreserven geschuldet - andererseits auch der harten Arbeit in den Weinbergen, denn nach dem heißen Jahrgang 2003 wussten die Winzer, wie sie die Schatten spendende Blattdichte verwalten mussten. Die Trauben des Nebbiolo, Barbera und Dolcetto konnten demnach gleichmäßig reifen.

 

Die gute Nachricht: Die Winzer des Piemont berichten, dass die Qualität der Trauben hoch war, und das über alle Bereiche, auch hinsichtlich der Trauben im Langhe. Docetto und Barbera seien außergewöhnlich sowie Moscato aus höher gelegenen Weinbergen rund um Mango und Santo Stefano Belbo seien vielversprechend. Geerntet wurde zwischen dem 1. September und dem 25. September. Die letzten Reifeprozesse unterstützten die merklich unterschiedlichen Tag- und Nachttemperaturen im September und die zirkulierenden Winde.

Die schlechte Nachricht: In einigen Teilbereichen fiel die Ernte um bis zu 15 Prozent niedriger aus als im Durchschnitt. Und ein Hagel im August im Weingarten Ravera (Barolo DOCG) verwüstete 80 Prozent der Ernte. Den Sorten wie dem Arneis (von Haus aus eher säurearm) und der autochthonen Sorten Favorita und Nascetta fehlt ein wenig die Säure.

Giovanni Pasquero Elia von der Cantina Paitin aus Nieve vergleicht dem Jahrgang 2015 mit dem aus 2011, einem ebenso vielversprechenden Jahrgang mit reifen Früchten. Dagegen verweist sein Vater Secondo auf den Jahrgang 1982, der leistungsstarke und langlebige Weine hervorgebracht habe. Und Pietro Ratti von der Cantina Renato Ratti vergleicht den Jahrgang 2015 mit dem aus 2007 mit seinen opulenten und fruchtigen Weinen.