Umstrittenes Formular VI-1

Erleichterung in Grossbritannien: Regierung will «Amtsschimmel» bei Wein-Import kippen

Text: Linus Bauer | Veröffentlicht: 28. Juli 2021


Die britische Regierung hat angekündigt, das umstrittene VI-1-Formular für den Wein-Import aus der EU zu kippen. Das Importpapier hätte zusätzliche Kosten bei der Einfuhr von Weinen aus dem Ausland generiert und damit ihre Preise erhöht, schreibt Bloomberg.

Pro Flasche wäre ein Mehraufwand von 10 Pence entstanden, was Importeure einen jährlichen Betrag von rund 100 Millionen Pfund gekostet hätte. Die Erleichterung in der britischen Weinszene ist deshalb gross. «Wir haben mehr als zwei Jahre gegen die Einführung neuer Import-Zertifikate für EU-Weine gekämpft. Das ist ein fantastisches Ergebnis», sagt etwa Miles Beale, Geschäftsführer des Verbands «Wine and Sprit Trade Association».

Kontroverse EU-Regelung

Das V1-I-Formular sorgte schon länger für Unmut in Grossbritannien. Es setze eine Labor-Analyse der Weine zur Prüfung bestimmter Regularien voraus. Nach dem Brexit habe der Plan bestanden, die entsprechende EU-Regelung ins britische Recht zu übernehmen, schreibt The Drinks Business. Da EU-Länder nach dem Austritt Grossbritanniens neu als Drittstaaten eingestuft worden wären, wäre das Formular für den Import von Weinen aus Italien, Frankreich etc. notwendig gewesen. Nach einem mehrmaligen Aufschub der Einführung von VI-1 habe sich die britische Regierung nun aber dagegen entscheiden.

«Diesen Amtsschimmel zu streichen, verhilft unserem Markt zu einer stärkeren internationalen Position», sagt Victoria Prentis, Ministerin des «Department for Environment, Food and Rural Affairs» zu dem Entscheid. Weine aus der EU machen gemäss Bloomberg die Hälfte aller konsumierten Weine in Grossbritannien aus. Das VI-1-Formular soll zudem auch für Nicht-EU-Staaten wie Australien, Neuseeland oder Südafrika wegfallen. So können also auch Konsumenten von der ausbleibenden Teuerung der Flaschen profitieren.

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