Silvestertrunk

Das Fest der Plopper

Text: Arthur Wirtzfeld | Veröffentlicht: 31. Dezember 2019


DEUTSCHLAND (Würzburg) – Zu Silvester macht es wieder millionenfach „plopp“ in Deutschland. Ob das neue Jahr mit Sekt oder Champagner begrüßt wird, ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch des persönlichen Geschmacks. Zwischen den Qualitätsschaumweinen gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede. Wenn man den heutigen Jahresausklang in einer Bar oder Restaurant verbringt und sich neben der Liebsten den Abend sowie den Jahreswechsel mit einem „Schäumer“ versüßen will, dem helfen einige Grundinfos bei der Bestellung eines „Ploppers“. Schauen wir mal genauer hin …

Sekt oder Champagner

Bei allen Qualitätsschaumweinen handelt es sich um zweimal vergorenen Wein mit einem Mindestdruck von 3,5 bar. Das Prickeln entsteht durch die Kohlensäure aus der Gärung. Während Sekt – in Frankreich „Crémant“, in Spanien „Cava“, in Italien „Spumante“ genannt – in unterschiedlichen Verfahren hergestellt werden kann, ist für den Champagner die Flaschengärung vorgeschrieben.

Vor allem aber darf der markenrechtlich geschützte Name „Champagner“ nur für Schaumweine verwendet werden, bei denen die für die Herstellung verwendeten Grundweine aus der französischen Region Champagne stammen. Für den Sekt ist hingegen kein bestimmtes Anbaugebiet vorgeschrieben. Auch heißt in Deutschland alles Sekt, was schäumt. Ein Manko, das vom deutschen Verband traditioneller Sektmacher beklagt wird. Siehe hierzu auch mein Beitrag: „Flaschengärer werden Sektmacher

Beim sogenannten Rebsortensekt müssen jedoch 85 Prozent der verwendeten Weine aus Trauben der angegebenen Rebsorte wie etwa Riesling stammen. Ist ein bestimmtes Anbaugebiet (b.A.) auf dem Etikett angegeben, müssen alle Trauben von dort kommen.

Trocken oder süß

Sekt oder Champagner mit der Bezeichnung „trocken“ beziehungsweise „sec“ oder „dry“ enthält bis zu 32 Gramm Restzucker pro Liter. Getränke mit der Bezeichnung „extra trocken“ (extra dry) enthalten bis zu 17 Gramm Zucker. Sekt oder Champagner mit der Bezeichnung „brut“ darf hingegen nur maximal zwölf Gramm Zucker pro Liter enthalten.

Zum Vergleich: Trockener Wein hat maximal neun Gramm Restzucker. Wer lieber halbtrockene Schaumweine schlürft, muss mit bis zu 50 Gramm Zucker rechnen – umgerechnet auf eine 0,75-Liter-Flasche sind das gut zwölf Stück Würfelzucker. Bleiben sie also lieber trocken, wenn es um die Hüfte herum zwickt.

Alkohol und Herstellung

Für Qualitätsschaumweine ist ein Mindestalkoholgehalt von zehn Prozent vorgeschrieben. Entscheidend für Süße und Aroma ist neben den verwendeten Grundweinen das Herstellungsverfahren. Es gibt die traditionelle Flaschengärung und die Gärung im Tank. Preiswerte Sekte reifen meist im Tank und werden dann umgefüllt – was aber dem Geschmack nicht unbedingt schadet, wie Tests von Verbraucherexperten zeigen. Bei der Flaschengärung erfolgen dagegen alle Schritte wie Gärung, Rütteln und Enthefen in derselben Flasche – sie gilt daher als besonders hochwertig.

Preisleistungsverhältnis

Guter Sekt muss nicht teuer sein. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest schnitten vor zwei Jahren auch drei Sektmarken aus Tankgärung mit einem Preis unter vier Euro gut ab. Selbst einige günstige Tropfen vom Discounter entpuppten sich den Testern zufolge als „überraschend gut“.

Gute Sekte aus traditioneller Flaschengärung sind natürlich deutlich teurer. Hier lohnt ein Blick in die Weinkarte zur Rubrik deutscher „Plopper“, denn deren Qualitäten nehmen es mit preislich teueren Champagner locker auf. Wer indes zu Silvester lieber die Champagnerkorken knallen lassen will, muss dann aber auch tiefer in die Tasche greifen.

Uns was tun, wenn man zuviel geploppt hat? 

Die Antwort darauf lest ihr im Beitrag: Weg mit dem Silvesterkater

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