Stopp des Verkaufsverbots, aber mit Corona-bedingten Einschränkungen

Südafrika hebt Alkoholverbot auf

Text: Eva Pensel |Veröffentlicht: 03. Februar 2021


Am 2. Februar 2021 wurde das dritte Alkoholverkaufsverbot in Südafrika aufgehoben. Betroffen ist das absolute Verbot, Einschränkungen bleiben jedoch bestehen. Seit März 2020 war der heimische Weinverkauf aufgrund der Covid-19-Pandemie insgesamt rund 20 Wochen lahmgelegt, berichtet Wines of South Africa in einer Pressemitteilung.

Am 28. Dezember 2020 trat bereits zum dritten Mal in jenem Jahr ein südafrikanisches Alkoholverkaufsverbot in Kraft. Das Verbot sollte Krankenhausaufenthalte reduzieren, damit sich das Pflegepersonal auf die Corona-Erkrankten konzentrieren könne. Insgesamt war der Weinverkauf in Südafrika rund 20 Wochen geschlossen.

Das Verbot wurde mit folgenden Einschränkungen aufgehoben: Alkohol darf nur von Montag bis Donnerstag zwischen 10 und 18 Uhr in lizenzierten Lokalen verkauft werden. Duty-Free-Läden, Weinkellereien, Kleinstbrauereien und Kleinbrennereien dürfen ihre normalen lizenzierten Betriebszeiten für den Ausschank ausserhalb von Gebäuden wieder aufnehmen. Der Alkoholverkauf in Gastronomiebetrieben, wie zum Beispiel Restaurants wird die ganze Woche zwischen 10 und 22 Uhr erlaubt sein. So berichtet The Drinks Business.

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa erläuterte die Entscheidung so: «Diese Änderungen wurden durch die signifikante Reduzierung der Covid-19-Krankenhauseinweisungen in allen Provinzen ermöglicht. Der Druck auf Betten und Krankenhauspersonal ist nicht mehr so hoch. Ich möchte uns alle dazu aufrufen, verantwortungsvoll zu trinken, damit es nicht zu einem Anstieg von Traumafällen oder Infektionen aufgrund von rücksichtslosem Verhalten kommt.»

Das Verbot bedroht mehrere tausend Lebensunterhalte

Südafrikanischen Winzern fielen die Einnahmen des lokalen Weinverkaufs weg. Die Auswirkungen sind mittlerweile enorm und führten zu einem Gesamtverlust von mehr als 8 Milliarden Südafrikanische Rand (R). Wines of South Africa berichtet, dass zahlreiche Kellereien, Weinbauern und Weingüter deshalb um das wirtschaftliche Überleben kämpfen. Südafrikas Weinbauverband Vinpro schätzt, dass der Lebensunterhalt von 27'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Weinsektors bedroht ist.

Vinpro reichte am 27. Januar 2021 einen Gerichtsantrag vor dem Hohen Gericht in Kapstadt ein. Der Verband verlangt, dass der Premierminister des Westkaps regional gesetzliche Abweichungen beschliessen kann. Vinpro wolle verhindern, dass die Regierung die Weinbranche einfach «an- und abschalten» kann.

Rico Basson, Geschäftsführer des Weinbauverband Vinpro ist erleichtert über die Aufhebung: «Die Öffnung des Weinverkaufs für den Heimkonsum von Montag bis Donnerstag, sowie die Öffnung der Weinkeller für den Konsum in Restaurants und Verkostungsräumen während der Woche und an den Wochenenden, wird dazu beitragen, einen Teil der lokalen Weinverkaufseinnahmen wieder auf ein nachhaltigeres Niveau zu bringen».

Die Aufhebung schafft Erleichterung, insbesondere da die Weinlese 2021 in Südafrika vor der Tür steht. Leider kam der Entscheid jedoch für zahlreiche Betriebe zu spät und den bestehenden Betrieben steht eine herausfordernde Zeit bevor.

Basson will weiter mit der Regierung kooperieren und erläutert: «Covid-19 bleibt eine ernste Realität, die das Leben und den Lebensunterhalt unserer Bevölkerung gefährdet. Wir als Weinbranche haben uns verpflichtet, proaktiv vorbeugende Maßnahmen von der Farm bis zum Einzelhandel zu ergreifen, um Mitarbeiter, Verbraucher und die breitere Weinwirtschaft zu schützen.»

Ein Lichtblick der südafrikanischen Weinproduzenten war die stabile Exportentwicklung. Lesen Sie hier mehr darüber.

Lesen Sie hier mehr darüber, wie die Vinpro vor Gericht zog.

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