VDP-Weingut Karthäuserhof / Ruwer
Andrea Wirsching wird neue Geschäftsführerin

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 22.09.2026
Eine erfahrene Weinpersönlichkeit stärkt bald das VDP-Weingut Karthäuserhof nahe Trier: Die Top-Winzerin Andrea Wirsching aus Franken kommt an die Ruwer. Bevor sie das Familienweingut Hans Wirsching in Iphofen übernahm, hatte sie bereits einige Zeit an der Saar verbracht.
Zum 1. Oktober übernimmt Andrea Wirsching (62) die Leitung des traditionsreichen VDP-Weinguts Karthäuserhof nahe Trier, Dabei soll sie den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit dem bestehenden Team fortführen. Im Mittelpunkt stehen die Monopollage Karthäuserhofberg, die klare Stilistik der Weine und die behutsame Erneuerung des bedeutenden historischen Gebäude-Ensembles.
Erfahrung aus anderen VDP-Weingütern
Andrea Wirsching bringt viel Erfahrung aus anderen VDP-Weingütern mit. Im Weingut Schloss Saarstein war sie ab 1993 als Winzerin tätig, als sie mit dem Inhaber Christian Ebert verheiratet war. Nach der Scheidung übernahm sie Verantwortung im eigenen Familienweingut Hans Wirsching in Iphofen, eines der bekanntesten Weingüter Frankens. Seit 2016 war sie dort die Geschäftsführerin und prägte die Entwicklung massgeblich. Im Moment ist sie dabei, das Familienweingut an ihre Halbschwester Lena von Gemmingen (38) zu übergeben und gleichzeitig ihren Umzug an die Ruwer zu koordinieren.
Neue Erfahrung: Biodynamie
Die weinfachliche Ausrichtung des Hauses bleibt unverändert. Mathieu Kauffmann verantwortet als Önologischer Direktor weiterhin Weinphilosophie und Stilistik, Dominik Völk Weinbau, Produktion und den operativen Betrieb. «Der Karthäuserhof ist ein Ort von grosser Ruhe und großer Kraft», sagt Andrea Wirsching. «Seine Geschichte, die Lage und die Klarheit seiner Rieslinge berühren mich sehr. Ebenso wichtig ist für mich das Team: Mit Mathieu Kauffmann und Dominik Völk stehen mir Persönlichkeiten zur Seite, die den Charakter des Hauses kennen und mittragen.» Neu ist für sie die Arbeit in einem biodynamisch arbeitenden Weingut, wie sie gegenüber VINUM sagte. «Dafür war die Rebfläche in Iphofen schlicht zu gross. Doch bei einer 24 Hektar Monopollage wie beim Kathäuserhof kann man das machen.»
Mit Eigentümer lange befreundet
Der Karthäuserhof wurde 1335 von Kartäusermönchen gegründet. Seit 1811 befindet sich das Weingut in Familienbesitz. Albert Behler ist heute in siebter Generation Eigentümer des traditionsreichen Hauses. 2012 übernahm er das Weingut von seinem Cousin Christoph Tyrell. «Andrea und ich kennen und schätzen uns seit vielen Jahren», sagt Albert Behler. »Sie verbindet Erfahrung, Energie und ein tiefes Verständnis für Wein. Für den Karthäuserhof ist sie die richtige Persönlichkeit, um den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.»
Neue Vinothek bald fertig
Ein zentrales Zeichen dieser positiven Entwicklung wird die neue Vinothek sein, die Ende dieses Jahres fertig sein soll. Sie entsteht im historischen Ensemble am Fuss des Karthäuserhofbergs, dort, wo der Eitelsbach durch den Hof fliesst und die Kühle des Ruwertals spürbar wird.