Brasilien

Rebfläche

85 000 Hektar

Produktion

ca. 450 Millionen Liter

Top-3-Sorten

Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay

Weinart

Assemblagen nach Bordeaux-Vorbild, flaschenvergorene Schaumweine.

Nach Argentinien und Chile ist Brasilien heute das drittwichtigste Weinbauland in Südamerika. Der entscheidende Qualitätsschub kam durch die massive Einwanderung aus Italien ab dem Jahr 1875. Vor allem in der Serra Gaúcha im äussersten Süden des Landes, nahe der Grenze zur Uruguay, werden heute aus Bordeaux-Sorten, zunehmend aber auch aus spanischen und italienischen Sorten gut strukturierte, ausgewogene Weine gekeltert. Zudem hat sich im beschaulichen Vale dos Vinhedos in den letzten Jahren ein hochwertiger Weintourismus mit europäischem Flair entwickelt. Die grösste Überraschung sind die flaschenvergorenen Schaumweine – die Top-Cuvées müssen sich vor Schäumern aus der Champagne oder der Franciacorta nicht verstecken.

Geschichte

Bereits die portugiesischen Entdecker, die das Land im 16. Jahrhundert kolonialisierten, pflanzten in der Region São Paulo um 1550 herum erste Reben an. Im 17. Jahrhundert begannen dann Jesuiten mit dem Weinbau in Rio Grande do Sul, dem südlichsten der 27 brasilianischen Bundesstaaten, der heute das Zentrum des Weinbaus ist. Kultiviert wurde damals vor allem die Hybridrebe Isabella. Das Aufkommen der europäischen Vitis Vinifera-Sorten hängt eng mit der grossen Welle von italienischen Einwanderern zusammen, die nach 1875 damit begannen die Hügellagen der Serra Gaúcha landwirtschaftlich zu nutzen. Langezeit wurde Wein hier vorwiegend zur Selbstversorgung angebaut. Die Qualitätsentwicklung setzte erst vor rund 20 Jahren ein. Vor allem Bordeaux-Blends und Schaumweine nach dem Vorbild der Champagne zeigen heute ein internationales Qualitätsniveau. 

Geografie

Vor allem im Süden des Landes, im Bundesstaat Rio Grande so Sul, an der Grenze zur Uruguay, wo Wein um den 29. Breitengrad herum in Höhenlagen angebaut wird, sind die Bedingungen für den Weinbau Dank lehmhaltigen Böden und Niederschlagsmengen von rund 800 Millimeter pro Jahr und Quadratmeter ideal. Hier betreiben inzwischen an die 150 Kellereien auf rund 10 000 Hektar einen qualitätsorientierten Weinbau.

Regionen

Die Serra Gaúcha mit dem Vale dos Vinhedos als Zentrum ist ganz klar das führende Qualitäts-Weinbaugebiet. Noch weiter südlich, direkt an der Grenze zu Uruguay befinden sich die Anbaugebiete Campanha und Serra do Sudeste. Weiter nördlich im Bundesstaat Santa Catarina wird im Gebiet Planalto Catarinense neuerdings Weinbau in Höhenlagen von 900 bis 1500 Meter betrieben. Ein Kuriosum sind die Weinberge im Vale do São Francisco. Hier, am 8. Breitengrad wachsen die Reben in einem tropischen, äquatornahen Klima, welches zwei Traubenernten pro Jahr ermöglicht.

Weine

Im Qualitätsweinbereich dominieren Rotweine aus den Bordeaux-Sorten Cabernet Sauvignon und Merlot. Spezialitäten wie Syrah, Tempranillo oder Tannat sind im Aufschwung. Hervorragende, flaschenvergorene Schaumweine aus Chardonnay und Pinot Noir.

Rebfläche

Total 85 000 Hektar, wovon aber lediglich deren 10 000 Hektar für die Erzeugung von Qualitätsweinen dient.

Produktion

Total rund 450 Millionen Liter, davon rund 50 Millionen Liter Qualitätswein.

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