Chile

Rebfläche

205 000 Hektar

Produktion

ca. 1,2 Milliarden Liter

Top 3-Traubensorten

Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc, Carmenère

Weinart

Würzige, aber gut strukturierte Gewächse aus Bordeaux-Sorten, aromatische Sauvignon Blancs

Mit einer weitgefächerten Palette an verschiedenen Weintypen hat sich Chile im internationalen Markt eine privilegierte Stellung geschaffen. Das Spektrum reicht von aromatischen Sauvignon Blanc-Gewächse aus dem Casablanca Valley, über kernige und zugleich fruchtbetonte Cabernets bis zu würzigen Crus aus Rhône-Sorten. Der Schlüssel für diese Vielfalt bildet die Topografie des riesigen Valle Central, wo in einem grundsätzlich warmen Klima komplexe Luftströme vom kühlen Pazifik, aber auch von den Anden her dafür sorgen, dass verschiedenste  Sorten ein Terroir finden, das perfekt auf sie  zugeschnitten ist.

Geschichte

Bereits 1551 soll der spanische Entdecker Francisco de Aguirre de Meneses nahe der Stadt La Serena erste Rebstöcke gepflanzt haben. Schon kurz danach wurden chilenische Weine nach Peru und Mexiko verschifft. So kaperte der englische Freibeuter Francis Drake im Jahr 1578 ein Frachtschiff, das über 1 700 Weinschläuche an Bord hatte. Die spanische Krone beendete diesen Boom durch ein Pflanzverbot, um die lukrative Ausfuhr von spanischen Weinen nach Südamerika nicht zu gefährden. Nachdem Chile im Jahr 1826 die Unabhängigkeit erlangte, blühte der Weinbau. Nach 1850 wurden bereits über 50 verschiedene Sorten angebaut, darunter auch Cabernet Sauvignon und Sauvignon Blanc. 1870 gründete Don Maximiano Errázuriz sein Weingut Viña Errázuriz, 1883 entstand Concho y Toro – Weingüter, die heute noch eine wichtige Rolle spielen. Während der Weinbau unter der Pinochet-Diktatur stagnierte, erlebt er seit 1990 einen dynamischen Aufschwung, dazu trugen auch Investitionen von europäischen Weingütern wie Miguel A. Torres, Lafite Rothschild oder Mouton Rotschild massgeblich bei.

Geografie

Die Weinberge liegen in den Ausläufern der Anden-Gebirgskette in Höhenlagen von 600 bis 1 000 Meter über Meer. In den letzten Jahren wurden auch neue Anbaugebiete im Einflussbereich des kühlen Pazifiks erschlossen.

Regionen

Die nördlichsten und damit potentiell wärmsten Anbaugebiete befinden sich nahe der Stadt La Serena in den Bereichen Elqui und Limari. Von dort an reihen sich die Rebberge über eine Distanz von rund 1 400 Kilometer in südlicher  Richtung bis nach Bío Bío und das Itata Valley. Das Herz des Weinbaugebietes liegt südlich von Santiago im Valle Central mit den Sub-Regionen Maipo, Rapel, Curicó und Maule. Ein traditionell hochwertiges Anbaugebiet ist auch Aconcagua nördlich von Santiago. Das Casablanca Valley und San Antonio gelten als «Cool Climate»-Gebiete nahe am Pazifik. 

Weine

Würzige, gut strukturierte Weine aus Bordeaux-Sorten wie Cabernet Sauvignon, Carmenère und Merlot geben den Ton an. Rhône-Sorten wie Syrah, aber auch  Grenache und Carignan sind im Aufwind. Casablanca ist ein Garant für überaus aromaintensive Sauvignon Blancs. Auch Chardonnay und seit neuem Pinot Noir (von küstennahen «Cool Climate»-Lagen) haben ein gutes Qualitätspotential.

Rebfläche und Produktionsmenge

In Chile sind zurzeit rund 205 000 Hektar mit Reben bestockt, jährlich werden rund 1,2 Milliarden Liter Wein erzeugt. Rund 70 Prozent der Produktion wird im Export abgesetzt.

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