Frankreich

Rebfläche

792 000 Hektar

Produktion

etwa 6 bis 7 Milliarden Flaschen

Top 3-Traubensorten

Cabernet Sauvignon (Bordeaux), Pinot Noir (Burgund, Champagne, Loire) Chardonnay (Burgund, Champagne, Languedoc)

Weinart

Weil die Anbaufläche praktisch von Norden bis Süden reicht (oder von Südwesten bis Nordosten), werden alle existierenden Weintypen und Farben erzeugt: elegante Bordeaux, fruchtige Burgunder, feurige Châteauneuf-du-Pape, süsse Sauternes, mineralische Sancerre et cetera

Mag sein, dass der Weinbau nicht in Frankreich erfunden wurde: Seinen Stellenwert als kunsthandwerkliches Produkt und Bestandteil westlicher Zivilisation erlangte er jedoch in diesem Landstrich der Flüsse und Täler und des idealen Weinbauklimas. Hinter der romantisch verklärten Fassade – die Spinnweben verhangenen Keller des Burgund, die Bordeaux-Barone in ihren Schlössern, die pausbackigen Provence-Winzer mit Baskenmütze und roter Nase – steckt jede Menge altes und neues Know-how: Alle wesentlichen Anbau- und Kellertechniken wurden in Frankreich entwickelt.

Geschichte

Den Weinbau haben die seehandeltreibenden Phönizier und Griechen etwa 500 vor Christus nach Gallien gebracht. Er entwickelte sich zuerst in der Provence und im Languedoc und später in Bordeaux oder dem Norden der Rhône und griff von dort auf das ganze heutige Frankreich über. Weil der Durst der Gallorömer keine Grenzen kannte, wurde Weinbau ein blühender Wirtschaftszweig. Nachdem Kaiser Probus per Erlass alle Pflanzverbote abgeschafft hatte, eroberte die Rebe auch die nördlicheren Lagen, Champagne, Burgund, Loire, das Pariser Becken. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reichs kam der Weinbau in den ehemaligen Provinzen praktisch zum Erliegen, die Kenntnisse überlebten jedoch in den Klöstern – Hüter der Zivilisation. Die Renaissance des französischen Weinbaus ging von Citeaux im Burgund oder Saint-Chinian im Languedoc aus. Im hohen Mittelalter blühte der Weinbau auf: Bordeaux, unter englischer Herrschaft, belieferte das britische Inselreich, die Champagne, das Burgund und das Pariser Becken versorgten die durstige Kapitale. Im späten 18. Jahrhundert leistete sich nicht nur der Adel besseren Wein, sondern auch der wachsende Mittelstand. Eine neue Kategorie von Rebensaft entstand: das teure und gesuchte Luxusprodukt Grand Vin. 1875 fuhr Frankreich auf seiner Rebfläche von 2,5 Millionen Hektar die grösste Ernte aller Zeiten ein: 84 Millionen Hektoliter. Doch in den nächsten Jahren sank sie drastisch: Ein Schädling, die Reblaus, vernichtete einen Grossteil der Reben. Erst in den 1980ern erreichte der Weinbau in Frankreich wieder einen ähnlichen Stellenwert wie vor den Krisenjahren.

Geografie

Man kann vereinfacht drei Großräume unterscheiden: Süden mit Languedoc-Roussillon, Provence und Rhône-Süd; Norden mit Elsass, Champagne, Burgund, Jura, Savoyen, Norden der Loire und der Rhône; Westen und Südwesten mit Loire-Süd, Bordeaux und den übrigen Weingebieten des Südwestens.

Regionen

Mit seinen rund 220 000 Hektar Reben ist das Languedoc nicht nur die grösste, sondern auch die vielfältigste Weinregion Frankreichs. Verfolger Bordeaux ist mit seinen rund 120 000 Hektar nur halb so gross. Schlusslicht ist der Jura mit einer Rebfläche von weniger als 2000 Hektar.

Rebfläche, Produktionsmenge, Export

Mit einer Rebfläche von knapp 800 000 Hektar aktuell «nur» drittgrösstes Weinland der Welt (hinter China und Spanien), bleibt Frankreich mit 40 bis 50 Millionen Hektolitern jährlich vor Italien grösster Weinproduzent der Welt und – hinter den weit grösseren USA – zweitwichtigster Konsument. Jede sechste auf der Welt getrunkene Flasche Wein kommt faktisch aus Frankreich.