Kroatien mit Grand Cro

Rebfläche

etwa 60 000 Hektar

Produktion

rund 2 Millionen Hektoliter

Top 3-Traubensorten

Welschriesling (Graševina), Malvasia, Plavac Mali

Weinart

schlank bis spritzig über aromatisch, süss und edelsüss bis hin zu Rotweinen mit viel Muskeln

Neben Slowenien hat sich unter den vormaligen jugoslawischen Teilstaaten auch Kroatien (seit 1. Juli 2013 Mitglied der EU) als Weinland langsam profiliert. Zwar wird hier noch viel für den Hausgebrauch erzeugt (im Land soll es 17 000 registrierte Weinbauern geben). Aber die zunehmende Zahl von selbst abfüllenden Betrieben und dazu einige ambitionierte grössere Kellereien sorgen für oft durchaus spannende Qualitäten bis hin zu Eisweinen und Trockenbeerenauslesen. Seit ein paar Jahren gibt es sogar eine Art «kleinen VDP», die Vereinigung Grand Cro mit etwa zehn Winzern, die für besondere Qualität sorgen wollen. Zu ihnen gehört auch ein Starwinzer der letzten Jahre, Mladen Rožanić aus Istrien, der mit seinem Weingut Roxanich seit 2005 bemerkenswerte Weiss- und Rotweine nach alter Väter Sitte mit langer Fasslagerung erzeugt, die international fälschlich als «Orange-Weine» abgestempelt werden, nur weil sie ein eigenständiges Profil haben.

Geschichte

Die Weinbaugeschichte Kroatiens reicht rund 2500 Jahre zurück. Darauf weisen Funde von Münzen mit Weinmotiven aus dem Adriaraum hin. Thraker und später die Römer entwickelten den Weinbau weiter, ebenso die Griechen, die einige Inseln in der Adria besiedelten. Auch die Kirche wurde aktiv. So gründeten die Zisterzienser 1232 in Kutjevo ein Weingut, das heute noch existiert und jährlich rund 6 Millionen Liter erzeugt. In Teilen des Landes, wo das Ottomanische Reich Einfluss hatte, wurde der Weinbau ab dem 16. Jahrhundert unterbrochen. Später sorgten die neuen Landesherren, die Habsburger, für den Anbau von Reben aus Deutschland und Österreich. Kroatien blieb wie viele Weinländer von der Reblaus nicht verschont. Zunächst wurden im kontinentalen Teil etliche Flächen mit autochthonen Sorten geschädigt. In Istrien und Dalmatien trat sie erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf, aber da hatte man das Problem durch die resistenten Unterlagssorten schnell im Griff.

Geografie

Die Topographie ist abwechslungsreich. Das Landesinnere wird von einer grossen Ebene bestimmt, die durch ein Gebirge von der langen Küste (1778 Kilometer) getrennt wird. Die Hauptstadt Zagreb (800 000 Einwohner) liegt im Südwesten der Pannonischen Tiefebene an beiden Seiten des Flusses Save. Wichtigstes Kapital für die Wirtschaft des Landes ist der Tourismus an der Küste.

Regionen

Kroatien hat eine Vielzahl von Unterregionen. Grob unterschieden werden kann zwischen dem kontinentalen Kroatien (wo vor allem Weisswein erzeugt wird) und dem kroatischen Küstenland, wo im Norden die grosse Halbinsel Istrien Akzente setzt, während im Süden vor allem Dalmatien mit Rebflächen von Rijeka bis Dubrovnik (wohl eine der schönsten Städte im Mittelmeerraum) bekannt ist. Hier wachsen vor allem gehaltvolle, manchmal auch recht alkoholische Rotweine wie zum Beispiel der Dingac.

Weine

Die Weinpalette Kroatiens ist sehr abwechslungsreich. Der Graševina (Welschriesling) liefert würzige, eher leichte und gradlinige Weissweine. Vom aromatischen Malvasia werden elegante, in der Säure weiche Weissweine erzeugt. Im Süden an der Küste sorgt vor allem die Sorte Plavac Mali für kraftvolle, in der Säure milde Rotweine. Ergänzt werden die drei Hauptsorten durch eine Vielzahl regionaler Reben mit international kaum bekannten Sorten. Eine davon ist aber indirekt bekannt: Crljenik Kasteljanski, ein Elternteil der Plavac Mali, ist laut einer DNA-Analyse in Kalifornien identisch mit dem Zinfandel. Initiiert wurde diese Forschung von der Winzerlegende Mike Grgic, dem Sohn einer dalmatinischen Winzerfamilie, der 1972 nach Kalifornien auswanderte, dort das Topgut Château Montelena gründete, 1996 im Alter von 73 Jahren (!) zurückkehrte und auf der Insel Pelješac mit seinem neuen Weingut schnell bekannt wurde für seine Rotweine.

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