Portugal: Enorme Vielfalt auf kleinem Raum

Rebfläche

230 000 Hektar

Produktion

650 Millionen Liter

Top 3-Traubensorten

Aragonez (Tempranillo), Touriga Franca, Touriga Nacional

Weinart

Leichte Weissweine (Vinho Verde) vollmundige Rotweine, Dessertweine (Port, Madeira)

Bis 1974 war Portugal eine autoritäre Diktatur, abgeschottet vom restlichen Europa. Eine Folge davon war, dass der damalige Aufbruch im Weinbau, inklusive dem weltweiten Aufschwung von Sorten wie Chardonnay oder Cabernet in Portugal kaum Spuren hinterliess. Als sich ab den 80er Jahren auch hier der Weinbau dynamisch entwickelte, setzten die Winzer auf heimische Sorten. Touriga Nacional, Tinta Roriz (Tempranillo), Arinto oder Alvarinho und Dutzende von anderen heimischen Gewächsen sind heute die Basis für die überaus interessante Weinvielfalt in Portugal.

Geschichte

Wein wurde vor allem im südlichen Portugal schon lange vor der Ankunft der Griechen und Römer angebaut.  Zwar erlitt die Produktion während der maurischen Epoche (8. bis 12. Jahrhundert) einen Rückschlag, doch ab dem 14. Jahrhundert erlebte der Weinsektor durch die wachsende Nachfrage aus England einen gewaltigen Boom. Mit dem Aufstieg zur See- und Handelsmacht stieg auch das Renommee der portugiesischen Weine weiter. Der legendäre Premierminister Marques de Pombal erliess bereits 1756 strenge Abgrenzungen und Vorschriften zum Weinbau im Douro-Tal, was als erste Ursprungsbezeichnung in die Weingeschichte einging. Die Reblaus-Einfall, die beiden Weltkriege und die bis 1974 herrschende Diktatur hemmten die Entwicklung, doch seit den 80er Jahren erlebt der portugiesische Weinsektor einen kontinuierlichen Aufschwung, der vor allem auf alteingesessenen Sorten basiert.

Geografie

Im Südwesten Europas gelegen, wird das Klima in Portugals Weinregionen nicht wie in Spanien vom Mittelmeer geprägt, sondern in Küstennähe von kühlen und niederschlagsreichen atlantischen Einflüssen, während im östlichen Teil ein kontinentales Klima mit heissen Tagen und kühlen Nächten vorherrscht. Die Bodenverhältnisse sind komplex. Während im Douro der Schiefer dominiert, finden wir im Vinho Verde-Gebiet granithaltige Böden. Und in Dão und im Alentejo wurzeln die Stöcke in lehmhaltigem Untergrund mit unterschiedlichen Anteilen von Kalk, Schiefer oder Kies.

Regionen

Das Douro-Tal (ca. 25 000 Hektar), das Vinho Verde Gebiet (ca. 21 000 Hektar), Lisboa (ca. 21 000 Hektar) und das Alentejo (ca. 20 000 Hektar) sind heute die wichtigsten Anbauregionen.

Weine

Das Spektrum an qualitativ hochstehenden Weinen nimmt kontinuierlich zu und ist überaus vielseitig, von Schaumweinen (Bairrada) über frische Weissweine (Vinho Verde) bis zu voll strukturierten Rotweinen (Douro, Dão, Alentejo) und grandiosen Süssweinen (Port, Madeira, Moscatel de Setúbal).

Rebfläche

Die insgesamt rund 230 000 Hektar umfassende Rebfläche verteilt sich über das ganze Land, vom Minho im Norden bis zur Algarve an der südlichen Atlantikküste.

Produktionsmenge

Die rund 650 Millionen Liter Wein, die jährlich in Portugal gekeltert werden, entstehen aus rund 300 verschiedenen Sorten, von denen rund 50 über ein sehr gutes Qualitätspotential verfügen.

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