Luxemburg: Aktive «Privatwenzer»

Rebfläche

1300 Hektar

Produktion

140 000 bis 150 000 Hektoliter

Top 3-Traubensorten

Müller-Thurgau, Auxerrois, Grauburgunder

Weinart

herzhafte, süffige Weissweine, aber auch gehaltvolle Gewächse von Burgundersorten

Klein, aber durchaus fein – so lässt sich der Weinbau Luxemburgs auf einen einfachen Nenner bringen. Die Weine haben in Europa einen gewissen Exotenstatus, auch weil sie sehr rar sind und kaum in den Export gelangen. Früher war hier der säurebetonte Elbling, wie auf der anderen Uferseite der Mosel, absolut dominant. Aber seine Fläche wurde deutlich zurückgefahren. Führend ist aktuell noch der Rivaner (Müller-Thurgau), doch wertvolle Weissweinsorten und zunehmend auch der Pinot Noir haben an Boden gewonnen und können mit ihren Qualitäten angenehm überraschen. Die Zahl der Produzenten ist in den letzten 20 Jahren deutlich geschrumpft (weniger als 500). Sechs Winzergenossenschaften, die zusammenarbeiten, haben knapp 50 Prozent Flächenanteil. Auf eine Gruppe unabhängiger Winzer (Privatwenzer) entfallen gut 40 Prozent, der Rest wird von Kellereien und Handelshäusern vermarktet. Innerhalb der «Privatwenzer» macht sich seit 2007 eine kleine Truppe für eine Charta mit strengen Regulierungen in puncto Ertrag und Konzentration auf den besten Flächen stark.

Geschichte

Wie in den benachbarten Mosel-Regionen waren es die Römer, die hier die ersten Reben setzten. Im Mittelalter sorgte die Gründung zahlreicher Klöster für einen gewissen Aufschwung. Ein strenger Winter 1709 sorgte für eine Vernichtung des Rebbestandes. Nur im Moseltal selbst blieben die Schäden überschaubar. Danach wurde vor allem die reichtragende Sorte Elbling gesetzt, die locker 200 und mehr Hektoliter auf dem Hektar lieferte und bis zu 90 Prozent der Rebfläche belegte. Die Weine wurden meist als Fassware für den Verschnitt in die deutsche Mosel-Region geliefert. Erst nach 1918 besann man sich darauf, die Identität der eigenen Weine zu stärken. 1925 wurde im Remich ein Weinbauinstitut gegründet, 1935 folgte das Qualitätsweinsystem Marque Nationale des Vins de la Moselle Luxembourgeoise, mit dem die Herkunft und eine Grundqualität garantiert wurden. Bessere Weine durften Zusatzbezeichnungen wie Premier Cru und Grand Premier Cru tragen. Diese Regel wurde im Herbst 2014 an französische Kriterien angepasst. Seitdem haben die Weine das Label AOP (Appellation d’Origine Protégée), und es gibt das Dreiklassensystem mit «lieu-dit» (Lagen- oder Terroirweine), «Coteaux de» (gebietstypische Premiumweine) sowie «Côtes de» (harmonische Einsteigerweine).

Geografie

Die Luxemburgische Weinstrasse (früher Moseltalstrasse) ist ein touristischer Wegweiser. Die Rebfläche erstreckt sich über eine Länge von 42 Kilometern von Schengen bis Wasserbillig.

Regionen

Die Luxemburgische Weinstrasse (früher Moseltalstrasse) ist ein touristischer Wegweiser. Die Rebfläche erstreckt sich über eine Länge von 42 Kilometern von Schengen bis Wasserbillig.

Weine

In Luxemburg legt man Wert auf fast ausschliesslich trocken ausgebaute Sortenweine. Der früher führende Elbling, der leichte, säurebetonte Weine liefert, wird gern als Sektgrundwein genutzt. Der Rivaner liefert spritzige, süffige Alltagsweine. Mehr Staat lässt sich mit der weissen Burgunderfamilie (Auxerrois, Pinot Gris) sowie mit rassigem Riesling und aromatischem Gewürztraminer machen. Rotwein vom Pinot Noir bekommt zunehmend Geltung.

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