Schweiz: Klein, aber oho

Rebfläche

14 835 Hektar

Produktion

rund 110 Mio. Liter

Top 3-Traubensorten

Pinot Noir/Blauburgunder, Chasselas, Gamay

Weinart

elegante, fruchtige Rotweine, süffige, mineralische Weissweine

Das Weinland Schweiz existiert! Und dies immerhin seit mehr als 2000 Jahren. Doch die Schweiz ist ein Zwerg unter den weinbautreibenden Nationen. Ein Zwerg, aber ein höchst vielseitiges und dynamisches Weinland mit zahllosen Facetten. In allen Sprachregionen, in jedem Kanton werden insgesamt über 50 Sorten kultiviert, darunter diverse alte Raritäten und neu gezüchtete Sorten. Ein ampelografisches Eldorado!

Geschichte

Die ersten archäologischen Spuren von Reben stammen aus dem Neolithikum (ca. 5000 bis 200 vor Christus). Die Kultur des Weinbaus und der Weinbereitung brachten die Römer vor rund 2000 Jahren in die Schweiz. Eine zweite Blüte erlebte der Weinbau ab dem Hochmittelalter im Zug der Christianisierung durch die Klöster, die sich im ganzen Land ausbreiteten, die brachliegenden römischen Rebberge neu bestockten und neue anlegten, allen voran die spektakulären, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Rebterrassen des Lavaux. Wie ganz Europa wurde auch die Schweiz gegen 1900 von der Reblaus heimgesucht. Als Folge der Weinbaukrise schrumpfte die Rebfläche stark, von ehemals 35 000 auf heute 14 835 Hektar. In den letzten 20 Jahren hat die Weinschweiz eine qualitative Revolution erlebt, nicht zuletzt dank der Liberalisierung von Importen und Weingesetzen, aber auch dank der guten Ausbildung der Winzer.

Geografie

Die Weine wachsen mehrheitlich an Seeufern und Flussläufen, bisweilen auf bukolischen Hügeln oder an steilen Hängen. Der Rebberg von Visperterminen im Wallis (1150 Meter über Meer) gilt als einer der höchsten Europas. Die Hauptrebgebiete liegen rund um den Genfersee und im Rhônetal in der französischsprachigen Westschweiz, die fast drei Viertel der Rebfläche abdeckt. Auf die Deutschschweiz entfallen 2636 Hektar (18 Prozent), auf die italienischsprachige Schweiz 1120 Hektar (7,5 Prozent).

Regionen

Die Weinschweiz ist in sechs grosse Regionen unterteilt: Wallis (4941 Hektar), Waadt (3778 Hektar), Genf (1408 Hektar), Tessin (1120 Hektar), Deutschschweiz (2636 Hektar) und das Dreiseenland (987 Hektar), zu dem man Neuenburg, den Vully (teils im Kanton Waadt, teils im Kanton Freiburg gelegen) und die Bielerseeregion zählt.

Weine

Die Schweiz produziert auf ihrem Mosaik unterschiedlichster Terroirs aus einer Vielzahl von Sorten eine breite Palette von trockenen Weissweinen über Schaumweine, Rosés und süffige Rotweine bis hin zu gehaltvollen, holzgereiften Tropfen sowie edelsüssen Dessertweinen.

Rebfläche

Die Rebfläche umfasst 14 835 Hektar. Der Schweizer Rebbau steht unter starkem Siedlungsdruck, weshalb die Winzer eine wichtige Funktion als Landschaftsschützer wahrnehmen.

Produktionsmenge und Export

Im Schnitt werden pro Jahr 110 Millionen Liter Wein produziert, davon 52 Prozent Rotwein und 48 Prozent Weisswein. Der Export spielt mit 1 bis 2 Prozent der Produktion kaum eine Rolle.