Friaul-Julisch Venetien: Zwischen den Kulturen

Rebfläche

20 000 Hektar

Produktion

1,1 Mio. Hektoliter

Top 3-Traubensorten

Ribolla Gialla, Sauvignon Blanc, Pinot Grigio

Weinart

vor allem knackig-frische Weissweine, kompakte Rotweine, Prosecco-DOC-Schaumweine

Kaum eine italienische Region ist so vielfältig wie Friuli-Venezia Giulia: Adriastrände und Skipisten sind ebenso vertreten wie Schinken, Kastanien und römische Kathedralen und – nicht zu vergessen – einige der besten Weissweine Europas. Dabei war das Friaul immer Grenzregion zwischen dem slawischen, dem romanischen und dem deutschen Kulturraum. Dazu kommt noch eine eigenständige Sprachtradition: Furlans, eine rätoromanische Sprache, wird noch immer von mehr als 500 000 Menschen gepflegt. 

Geschichte

Reben waren bereits in vorrömischer Zeit im Friaul heimisch, im frühen Mittelalter förderten aber vor allem die mächtigen Bischöfe von Aquileia die Landwirtschaft und den Weinbau, ebenso wie die späteren Herren, die Venezianer und Österreicher. Seit 1918 ist das Friaul italienisch.

Geografie

Friuli-Venezia Giulia erstreckt sich von den Alpen bis zur Adriaküste, grenzt im Osten an Slowenien und im Westen an das Veneto. Dazwischen liegt eine zum Teil von sanften Hügeln, zum Teil von den Schwemmgebieten grosser Flüsse geschaffene Landschaft. Hauptstadt ist Udine.

Klima und Boden

Die Rebfläche in der nordöstlichen Grenzregion profitiert vom mediterranen Klima einerseits und von den alpinen Strömungen andererseits, die Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperaturen sind hoch. In den Ebenen dominieren Schwemmböden, in den Hügellagen Lehm und Kalk beziehungsweise der klassische Ponka, Verwitterungsgestein.

Anbaugebiete und Rebfläche

Rund 20 000 Hektar stehen im Friaul unter Reben. Das Weinbaugebiet umfasst zehn DOC- (davon zwei überregionale) und drei DOCG-Gebiete. 

Weine und Produktionsmenge

Das meist nur Friaul genannte Gebiet gilt als die beste Weissweinregion Italiens, Weine aus den autochthonen Rebsorten Ribolla Gialla und Friulano sind ebenso Aushängeschilder der Region wie Sauvignon Blanc oder Pinot Grigio. Bei den roten Sorten haben Cabernet Franc, Carmenère und Merlot eine lange Tradition, immer mehr an Bedeutung gewinnen aber auch die eigenständigen Varietäten Pignolo, Schioppetino oder Refosco dal Peduncolo Rosso. Dazu kommen noch regionale Spezialitäten wie Malvasia Istriana oder der Terano im Karst und Süssweine wie Ramandolo und der DOCG-Wein Picolit. Und last, but not least ist die Region seit der Ausweitung des DOC-Gebietes für Prosecco auf Teile des Friaul ein wichtiger Produktionsort dieses Schaumweines aus der Glera-Traube. Das Herkunftsgebiet verdankt seinen Namen der gleichnamigen Gemeinde Prosecco – und die liegt auf der Karsthochebene nahe der Hafenstadt Triest. 

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