Vallée de la Marne

Rebfläche

11 500 Hektar

Produktion

rund 35 Prozent der Traubenproduktion der Champagne

Top 3-Traubensorten

Pinot Meunier, Pinot Noir, Chardonnay

Weinart

Fruchtige, ausgewogene Schaumweine

Die diversen Anbauzonen der Champagne entsprechen nicht unterschiedlichen AOC-Zonen. Davon gibt es nur eine: die AOC Champagne. Die Abgrenzung der Regionen ist daher nicht immer ganz exakt. So liegen zum Beispiel Aÿ und Tours-sur-Marne im Marnetal, zählen aber als vornehmliche Pinot-Noir-Grand-Cru-Lagen auch zur Montagne de Reims. Das Marnetal ist der wichtigste Lieferant für Grundweine der Assemblagen, die Brut Sans Année (BSA, Brut ohne Jahrgang) ergeben.

Geschichte

Das Marnetal wurde etwa gleichzeitig bepflanzt wie die Montagne de Reims. Als der Champagnerhandel zu blühen begann, also ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, fanden die Handelsleute aus Reims und Épernay hier genügend Grundweine für ihre ausgeklügelten Assemblagen. Das ist bis heute so: Bis zu 50 Prozent der Assemblagen der Brut ohne Jahrgang, die das Gerüst der Basischampagner darstellen, die den eigentlichen Stil einer Marke definieren, stammen aus Grundweinen aus dem Marnetal, wo über 5500 Weinbaubetriebe Trauben anbauen, darunter zahlreiche genossenschaftlich organisierte Winzer.

Geografie

Das Anbaugebiet des Vallée de la Marne beginnt bei Aÿ und folgt rund hundert Kilometer lang dem Fluss, der gemächlich Richtung Paris mäandert, bis ins Departement Aisne, dessen grösste Weinbaugemeinde, Charly, ebenfalls an der Marne liegt.

Klima und Boden

Herrschen zu Beginn noch Kalkböden vor, werden die Böden weiter westlich zunehmend fetter und lehmiger. Spätfröste richten hier bei Sorten wie Pinot Noir oder Chardonnay rasch Schaden an. Darum ist das Marnetal das Reich der dritten Champagnersorte, des später reifenden Pinot Meunier, der gut mit den hier herrschenden komplexen Klimabedingungen fertigwird.

Weine und Produktionsmenge

Mit Meunier bestockt sind 62 Prozent des Marnetals, ergänzt durch 16 Prozent Chardonnay und 22 Prozent Pinot Noir. Der beste Pinot Meunier wächst am rechten Marne-Ufer an Süd- und Südosthängen. Im Vergleich zum Pinot Noir ist der Meunier rustikaler und kräftiger. Fruchtig und zugänglich, spielen seine Grundweine in der Assemblage mit dem volleren Pinot Noir und dem fruchtig-mineralischen Chardonnay eine ausgleichende Rolle.

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