Steiermark: Exzellente Weissweine

Rebfläche

4550 Hektar

Produktion

220 000 bis 250 000 Hektoliter

Top 3-Traubensorten

Sauvignon Blanc, Welschriesling, Muskateller

Weinart

vor allem aromatische, würzige Weissweine von leicht bis gehaltvoll; säurebetonte Rosé (Schilcher)

Eines ist die Steiermark (Hauptstadt Graz) auf jeden Fall: das regenreichste Weinland Österreichs (durchschnittlich 1000 Millimeter Niederschlag pro Jahr). Obwohl sich damit die Gefahr der Fäulnis erhöht, ist der Bio-Anbau im Vormarsch. Und auch der Regen verhindert nicht, dass hier teilweise exzellente Weissweine gewonnen werden. Was die Steiermark so besonders macht, ist auch die wildromantisch anmutende hügelige Landschaft mit vielen kleinen, manchmal weit verzweigten Orten. Und mittendrin sind zahlreiche Winzer mit viel Profil zu finden. Fast ein Wahrzeichen des Gebietes sind die zahlreichen Windräder (Klapotetz), mit denen Vögel aus den Weinbergen verscheucht werden. 

Geschichte

Politisch war die Steiermark bis 1918 ein Kronland der Habsburger Donau-Monarchie. Danach wurde die Untersteiermark dem Königreich Jugoslawien zugeschlagen, womit einigen steirischen Winzern Rebfläche verloren ging. Heute sind Winzer aus der Südsteiermark nach dem Motto «back to the roots» in Slowenien ergänzend zu ihren steirischen Fluren aktiv. Lange Zeit war das Gebiet betrieblich klein strukturiert. Die Winzer hatten nur wenig Rebfläche und dazu noch Obst und Landwirtschaft mit Vieh im Stall. Im 19. Jahrhundert wurde zwar viel Wein angebaut; um 1860 waren es etwa 9500 Hektar. Aber Qualitätsstreben war kaum erkennbar. Nach der Reblauskrise einige Jahrzehnte später begann die Fläche zu schrumpfen. Erst vor gut 50 Jahren ging es beim Tiefstand von 1600 Hektar langsam wieder aufwärts. 1970 waren es schon wieder knapp 2300 Hektar. Der richtige Aufschwung begann in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Etliche «Mini-Winzer» arbeiten nach wie vor nur nebenberuflich. Andere erlebten ein beachtliches Wachstum auf einige Dutzend Hektar. Der florierende Tourismus trug sehr zu dieser Entwicklung bei. Und die Weinbauschule Silberberg (selbst ein sehr gut funktionierender Weinbaubetrieb) avancierte zur Kaderschmiede für die Winzerschaft. Vorbildfunktion für das Anbaugebiet hat der relativ kleine Verein Steirische Klassik (STK), dem die meisten der Toperzeuger aus der Südsteiermark und dem Vulkanland (Südoststeiermark) angehören.

Geografie

Die drei Weinbaugebiete liegen alle im Süden dieses Bundeslandes in der Nachbarschaft zu Slowenien (eine Region, die sich gern slowenische Steiermark nennt) bzw. zu Ungarn. Weinordnung ins Gebiet bringt unter anderem die südsteirische Weinstrasse. 

Regionen

Die Südsteiermark ist mit ihren rund 2450 Hektar die grösste Region mit den meisten profilierten Winzern. Die Südoststeiermark mit 1600 Hektar, die sich seit kurzem Vulkanland nennt (wegen des Untergrundes mit vulkanischem Ursprung) hat als weiniges Aushängeschild die Sorte Traminer. Spezialität der kleinen Weststeiermark (510 Hektar) ist der hellrote Schilcher.

Weine

Der Welschriesling ist der bodenständige, würzige Weisse, der auch im Jungwein Junker (kommt bereits im November auf den Markt) eine wichtige Rolle spielt. Der Sauvignon Blanc kann grün und etwas grasig, aber auch elegant und vornehm sein. Der Muskateller bezaubert mit feinem Duft. Von Chardonnay (Morillon) und Grauburgunder gibt es kraftvolle Weissweine. Eine Besonderheit ist der säurebetonte weststeirische Rosé Schilcher aus der Blauer-Wildbacher-Traube (die gelegentlich auch für Rotwein genutzt wird).