Niederösterreich: Mit DAC erfolgreich

Rebfläche

27 000 Hektar

Produktion

1,4 Millionen Hektoliter

Top 3-Traubensorten

Grüner Veltliner, Riesling, Zweigelt

Weinart

würzige, tiefgründige und herzhaft-saftige Weissweine, elegante Rotweine

Aufwind in Niederösterreich! Das mit Abstand grösste Wein-Bundesland Austrias ist sehr gut unterwegs. Es vereint ein stattliches Potenzial an Weinherkünften und Weinstilen, nicht immer nur von klassischen Sorten, sondern ebenso von autochthonen Varietäten, die im Namen rote Farbe vortäuschen, aber Weissweine liefern (Roter Veltliner, Frühroter Veltliner, Rotgipfler). In einigen Fluren im Weinviertel ist man spezialisiert auf Eiswein. Der Grüne Veltliner ist hier mit Abstand die dominante Sorte. Das Weinviertel ist die grösste Region, die vergleichsweise kleine Wachau sicher das international bekannteste Gebiet. Nicht täuschen lassen sollte man sich von hier neuerdings angebauten Sorten aus der Klosterneuburger Rebenwerkstatt: Donauveltliner und Donauriesling sind Züchtungen der Gattung Piwi (pilzwiderstandsfähige Sorten), bei denen nur etwas Grüner Veltliner- und Riesling-Blut enthalten ist. Eigentlich gehören diese irreführenden Namen verboten…

Geschichte

Niederösterreich war immer schon ein Gebiet mit sehr grossen Unterschieden. Vor allem das Weinland galt einst als «Armenhaus», während zum Beispiel die Wachau besondere Geltung hatte und hat. In den letzten 15 Jahren tat sich überall einiges, mit einer Wende zum Besseren auf breiter Front. Mit dazu beigetragen haben zwei Vereine, in der Wachau der schon 1983 gegründete Gebietsschutzverband Vinea Wachau, im Kremstal, Kamptal, in der Region Wagram und im Traisental die Traditionsweingüter Österreich, unter deren Dach sich mittlerweile etwa drei Dutzend Betriebe für die Wertigkeit von guten Einzellagen starkmachen. Die drei Buchstaben DAC (Districtus Austriae Controllatus) brachten ebenfalls Schwung in die Szene, weil damit Weine deklariert werden, die für eine bestimmte Region besonders typisch sind, nämlich Weinviertel mit Grünem Veltliner, Kremstal, Kamptal und das Traisental mit Grünem Veltliner und Riesling. Die qualitativ wertvollen und gehaltvollen Weine können zusätzlich als Reserve bezeichnet werden.

Geografie

Der grösste Teil des Weinbaus spielt sich an der Donau ab und erstreckt sich im Norden bis zur Grenze von Tschechien. Aber auch an den Nebenflüssen Traisen, Krems und Kamp wird rege Weinbau betrieben. Klimatisch kann man Niederösterreich in drei grosse Regionen einteilen: das Weinviertel im Norden, den Donauraum mit seinen Nebentälern im Westen von Wien und schliesslich das pannonisch beeinflusste, dem Burgenland sehr nahe liegende Gebiet mit der Thermenregion und Carnuntum.

Regionen

Die grösste Region ist das Weinviertel (13 500 Hektar), dahinter folgt mit weitem Abstand das Kamptal (3550 Hektar), dann Wagram mit rund 2650 Hektar (bis 2007 Bestandteil des Donaulands, von dem das kleinere Gebiet Carnuntum abgespalten wurde), das Kremstal (2400 Hektar), die Thermenregion (1910 Hektar) und schliesslich das Traisental (720 Hektar) sowie das schon erwähnte Carnuntum (930 Hektar).

Weine

Grüner Veltliner, im Aroma pfeffrig, im Geschmack würzig und in der Regel betont herb ausgebaut, ist die beherrschende Sorte des Gebietes. Der Riesling liefert mineralische, geschliffene Weine. Bei den roten Sorten hat vor allem der geschmeidige, fruchtige Zweigelt, eine Klosterneuburger Kreuzung (St. Laurent x Blaufränkisch), besondere Bedeutung.

Produktionsmenge und Export

1,4 Millionen Hektoliter, davon 1 Million Hektoliter Weiss, etwa 20 Prozent gehen in den Export.