Dreiseenland: Drei Seen, zwei Sprachen, ein Weinstil

Rebfläche

ca. 987 Hektar

Produktion

ca. 5,2 Mio. Liter

Top 3-Traubensorten

Chasselas, Blauburgunder, weisse Spezialitäten

Weinart

Elegante Pinots Noirs und leichte, spritzige Weissweine

Neuenburgersee, Bielersee und Murtensee – drei Seen, eine verträumte, nicht ganz so bekannte, zweisprachige Region, verteilt auf vier Kantone, die blumengeschmückte Winzerdörfer, sanfte Landschaften und interessante Weiss- und Rotweine bietet. Weine notabene mit einer jahrtausendealten Tradition. 

Geschichte

Weinbau wurde im Dreiseenland bereits ab unserer Zeitrechnung betrieben, gefördert durch Aventicum, die Hauptstadt der römischen Civitas Helvetiorum. Im 15. Jahrhundert wurden hier einige Weinkellereien gegründet, die bis zur heutigen Zeit bestehen. 2015 fusionierten die Waadtländer und die Freiburger Winzer in einer gemeinsamen AOC Vully.

Geografie

Die Neuenburger Reben wachsen im Küstenstreifen direkt am Neuenburgersee, zwischen Vaumarcus und Le Landeron. Nordöstlich schliesst sich fast nahtlos das Anbaugebiet des Bielersees an, das politisch zum Deutschschweizer Kanton Bern gehört, weinbaulich aber zum (Westschweizer) Dreiseenland. Die Reben wachsen hier ebenfalls auf dem linken Seeufer, auf demselben Kalksockel wie die Neuenburger Weinberge, zwischen La Neuveville und der Stadt Biel. Ein Spezialfall ist der Vully, das kleine Anbaugebiet mit 152 Hektar Reben zwischen Neuenburger- und Murtensee, auf dem linken Ufer des Murtensees. Es ist die einzige AOC der Schweiz, die in zwei Kantonen liegt (zu einem Drittel in der Waadt, zu zwei Dritteln in Freiburg).

Klima und Boden

Das Klima im Dreiseenland ist mild und ausgeglichen, einerseits weil die Jurakette einen gewissen Schutz vor Winden und Störungen aus dem Westen bietet, andererseits weil die Seen thermisch ausgleichend wirken. Die Böden sind zwar recht unterschiedlich, aber fast ausnahmslos vom Jurakalk geprägt und in Seenähe zumeist kiesig.

Anbaugebiete und Rebfläche

Die Region setzt sich zusammen aus den Reben vom Bielersee (220 Hektar), aus Neuenburg (599 Hektar) und dem Vully (152 Hektar). Dazu kommen noch 10 Hektar in der Broye und rund 6 im Jura.

Weine und Produktionsmenge

In Neuenburg dominieren mit 60 Prozent Rotweine, vor allem Pinot Noir, am Bielersee (54 Prozent weisse Sorten) erhält der Pinot Noir Konkurrenz vom Chasselas und von anderen weissen Spezialitäten, im Vully dagegen dominieren die Weissweine sehr klar mit rund zwei Dritteln der Fläche, allen voran Chasselas, aber auch andere weisse Sorten. Spezialitäten sind der Traminer und der Freiburger. Produziert werden im Schnitt rund 5,2 Millionen Liter Wein.