Neuenburg: Das Königreich des Pinot Noir

Rebfläche

599 Hektar

Produktion

ca. 3 Mio. Liter

Top 3-Traubensorten

Blauburgunder, Chasselas, Pinot Gris

Weinart

Sehr burgundische Pinots und leichtfüssige Weissweine

Der Neuenburger Küstenstreifen, in exzellenter Südost-Exposition und geschützt von der Jurakette, ist das Königreich des Pinot Noir, der fast die Hälfte der Rebfläche einnimmt und sich auf den Jurakalkböden besonders wohlzufühlen scheint. Er wird in schönster Burgunder Tradition zu fruchtigen, eleganten und lagerfähigen Weinen ausgebaut. Der Neuenburger Chasselas dagegen ist eher leichtfüssig und spritzig.

Geschichte

Die erste Erwähnung von Weinbau stammt zwar erst aus dem Jahr 998 – damals schenkte Graf Rudolf von Neuenburg der Abtei Bevaix einen Rebberg –, doch dürfte schon sehr viel länger Wein angebaut worden sein. Traditionelle Abnehmer der Neuenburger Weine waren Bern und Solothurn. Auch die schwedischen und sächsischen Truppen im Dreissigjährigen Krieg schätzten den Neuenburger Wein, so dass immer mehr angepflanzt wurde. Vor der Reblauskrise betrug die Rebfläche 1250 Hektar.

Geografie

Die Neuenburger Reben, insgesamt 599 Hektar, gedeihen am westlichen Ufer des Neuenburgersees zwischen Vaumarcus und Le Landeron in der Region Entre-deux-Lacs direkt an der Grenze zum Kanton Bern.

Klima und Boden

Die Reben wachsen am Ufer des Neuenburgersees und im Entre-deux-Lacs, zwischen Neuenburger- und Bielersee, auf mehrheitlich kalkreichen Böden, die teilweise aus altem Felsgestein und Molasse, aus Gletschermoränen oder aus kiesigen Ablagerungen bestehen. Die Rebberge sind nach Osten ausgerichtet und liegen im Schutz der Jurakette, gegen feuchte Luftmassen aus dem Westen weitgehend abgeschirmt. Der See spielt überdies eine ausgleichende, mildernde Rolle. Der jährliche Niederschlag liegt bei 980 Millimetern. Gefürchtet sind allerdings die sommerlichen Hagelgewitter.

Anbaugebiete und Rebfläche

Die Neuenburger Reben, insgesamt 599 Hektar, ziehen sich wie ein grünes Band am linken Ufer des Neuenburgersees entlang, von Vaumarcus im Süden bis Le Landeron im Norden.

Weine und Produktionsmenge

Lange Zeit hat Neuenburg eine restriktive Rebsortenpolitik betrieben, heute sind 13 Rebsorten für die AOC Neuchâtel zugelassen. Vor allem Burgunder Sorten entfalten sich bestens auf den kalkhaltigen Böden. Der Pinot Noir, ausgebaut zu vollmundigen, eleganten Tropfen, spielt bei den roten Sorten (60 Prozent der Fläche) unangefochten die erste Geige, bei den weissen sind Chasselas, Pinot Gris, Pinot Blanc, Chardonnay und Sauvignon Blanc zu erwähnen. Zwei typische Neuenburger Spezialitäten sind der aus Pinot Noir gekelterte Rosé Œil-de-Perdrix sowie der unfiltriert abgefüllte und aus Chasselas gekelterte Non Filtré, der jeweils am dritten Mittwoch im Januar nach der Ernte auf den Markt kommt. Insgesamt werden rund 3 Millionen Liter produziert.