Alentejo

Rebfläche

rund 22 000 Hektar

Produktion

rund 100 Millionen Liter

Top 3-Traubensorten

Aragonez,  Alicante Bouschet, Antão Vaz

Weinart

elegante Weissweine, kräftig-füllige Rotweine

Der Alentejo ist ein ganzheitliches Wein-Kultur-Land, denn hier wechseln sich Rebberge und luftige Korkeichenhaine, aus deren Rinde hochwertige Naturkorken gefertigt werden, ab. Obwohl die Rotweine mit einem Anteil von 80 Prozent klar dominieren, werden zunehmend auch ausgewogene Weissweine produziert. Nachdem in den 80er und 90er Jahren internationale Sorten einen Aufschwung erlebten, legen die Winzer heute wieder vermehrt den Fokus auf die alteingesessenen Gewächse. Bei vielen der heute führenden Güter handelt es sich um grosse, geschichtsträchtige Landsitze, die neben Wein auch andere Spezialitäten produzieren und zunehmend auch Gäste empfangen.

Geschichte

Schon lange bevor die Griechen und Römer den Süden Portugals erreichten, haben hier wohl schon Angehörige des Königreichs Tartessos im 9. Jahrhundert vor Christus und danach die Phönizier Wein angebaut. Während der Periode der Mauren (8. bis 13. Jahrhundert) wurde der Weinbau zurückgebunden. Als Portugal im 16. Jahrhundert zur See- und Handelsmacht aufstieg, erlangten auch die Weine aus dem Alentejo internationales Renommee. Wegen dem Reblaus-Einfall, den Weltkriege und der Salazar-Diktatur, die im Alentejo dem Getreideanbau den Vorzug gab,  fiel der Weinbau in eine Krise. Erst seit den 80er Jahren ist ein rasanter Aufschwung festzustellen. Gewannen nach der Öffnung zu Europa zuerst internationale Sorten wie Chardonnay, Viognier, Syrah, Cabernet Sauvignon und Merlot stark an Bedeutung, so entstehen heute immer mehr Topweine aus alteingesessenen Sorten.

Geografie

Der Alentejo wird allgemein als die grosse südliche Anbauregion Portugals bezeichnet, dabei liegt der nordöstliche Teil des Gebietes entlang der Grenze zu Spanien nördlich von Lissabon. Von Portalegre (im Nordosten) bis Beja (südliches Zentrum) reihen sich die Rebberge über eine Distanz von rund 180 Kilometern in verschiedenen Klimazonen. 

Klima und Boden

In den Höhenlagen von Portalegre, wo die Reben bis 1 000 Meter über Meer wachsen, aber auch in der Nähe des kühl-feuchten Atlantiks reifen elegante Weine im südlichen Landesinnern (kontinentales Klima) dagegen, entstehen voll konzentrierte Gewächse. Die Böden sind vielfältig: Kalkhaltiger Lehm herrscht vor, es gibt aber auch Terroirs, die von verwittertem Schiefer geprägt werden.

Anbaugebiete und Rebfläche

Gegenwärtig sind 22 000 Hektar mit Reben bestockt, die Ursprungsbezeichnung ist zweigeteilt: Unter der Basis-Bezeichnung «Vinho Regional Alentejano» (DOP) können Weine aus verschiedensten heimischen und internationalen Sorten im ganzen Anbaugebiet gekeltert werden, DOC-Weine dürfen nur in acht enggefassten Sub-Regionen (Borba, Évora, Granja-Amareleja, Moura, Portalegre, Redondo, Reguengos und Vidigueira) aus alteingesessenen Sorten produziert werden.

Weine und Produktionsmengen

Rund 260 Weinbaubetriebe produzieren jährlich etwas mehr als 100 Millionen Liter Wein, davon sind 80 Prozent Rotweine und 20 Prozent Weissweine. Bei der grossen Mehrheit der Gewächse handelt es sich um Assemblagen. Die Hauptrolle spielen dabei seit einigen Jahren vermehrt heimische Sorten wie Antão Vaz, Arinto und Roupeiro (weiss), sowie rote Sorten wie Aragonez, Alicante Bouschet oder Trincadeira. Von den internationalen Sorten haben Viognier, Syrah, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot eine gewisse Bedeutung.  55 Prozent der Weine werden exportiert.

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