Douro

Rebfläche

ca. 25 000 Hektar

Produktion

rund 100 Millionen Liter

Top 3-Traubensorten

Touriga Nacional, Tinta Roriz, Tinta Barroca

Weinart

konzentrierte Rotweine, Portwein

Das spektakuläre Flusstal im Norden Portugals mit seinen einzigartigen Terrassen-Rebgärten wurde 2001 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Langezeit war der Douro fast ausschliesslich als Lieferant einer breiten Palette an Portweinen bekannt. Seit Mitte der 70er Jahre werden aber vermehrt auch rote Stillweine angebaut, einige davon zählen zu den qualitativ besten Gewächsen, die heute auf der iberischen Halbinsel produziert werden.

Geschichte

Zwar sollen schon die Römer im Douro-Tal mit dem Weinbau begonnen haben, doch wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Wein erst nach der Etablierung des portugiesischen Königreichs im 12. Jahrhundert. Im Zuge des sich ab dem 13. Jahrhundert verschärfenden Konflikts mit Frankreich führte England immer mehr Douro-Wein ein. 1678 taucht erstmals der Begriff «Porto» für Gewächse aus dem Douro auf. Weil durch die grosse Nachfrage zunehmend die Qualität litt, erliess 1756 der damalige portugiesische Premierminister Marquês de Pombal strenge Vorschriften bezüglich der Produktion von Douro-Weinen und definierte das Ursprungsgebiet auf die schieferhaltigen Terroirs. Jahrhundertelang wurde der Ausbau und Handel der Portweine von englischen Familien dominiert. In den letzten 30 Jahren hat sich die Douro-Weinszene grundlegend erneuert. Weil die Produktion von roten Tafelweinen immer wichtiger wird, sind viele neue Kellereien im Weingebiet entstanden.

Geografie

Der Douro (der spanische Name lautet Duero) ist der drittlängste Fluss der iberischen Halbinsel. Er entspringt in der spanischen Provinz Soria und mündet bei Porto ins Meer. Das Anbaugebiet Douro folgt dem Fluss von der spanischen Grenze und endet rund 70 Kilometer östlich der Stadt Porto, beziehungsweise 80 Kilometer östlich vom Atlantik.

Klima und Boden

Im Douro-Tal wurzeln die Reben in einem ausgesprochen schieferhaltigen, kargen Terroir. Aufgrund des unterschiedlichen Klimas werden drei Subregionen  unterschieden. Im westlichsten Teil, dem Baixo Corgo, der rund 80 Kilometer Luftlinie von der Atlantikküste entfernt liegt, ist das Klima vergleichsweise kühl und feucht. Der Cima Corgo bildet das Herz des Anbaugebietes. Hier reichen die Terrassen von 200 bis 800 Meter über Meer, so dass verschiedene Sorten in dem für sie idealen Mikroklima reifen können. Im östlich gelegenen Douro Superior, der bis zur spanischen Grenze reicht, herrscht ein kontinental geprägtes Klima mit sehr heissen Sommern. Hier reifen voll konzentrierte rote Stillweine.

Anbaugebiete und Rebfläche

Im Dourotal sind gegenwärtig noch rund 25 000 Hektar mit Reben bestockt. Das Zentrum des Weinbaugebietes ist das Provinzstädtchen Pinhão. Im Dourotal werden fast ausschliesslich alteingesessene Sorten wie Touriga Nacional, Touriga Francesa, Tinta Roriz, Tinta Barroca oder Tinta Cão kultiviert.

Weine und Produktionsmenge

Portweine werden in verschiedensten Stilistiken produziert. Während Vintage- und Late Bottle Vintage (LBV)-Weine vergleichsweise früh abgefüllt werden und sich in der Flasche weiter entwickeln können, reifen Tawny- und Colheitas jahre-, beziehungsweise jahrzehntelang im Fass. Die roten Tafelweine zeigen sich konzentriert und gut strukturiert. 

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