Andalusien

Rebfläche

20 000 Hektar

Produktion

ca. 100 Millionen Liter

Top 3-Traubensorten

Palomino, Pedro Ximénez, Cabernet Sauvignon

Weinart

Sherry-Weine, Likörweine, leichte Weissweine, vollfruchtige Rotweine

Für viele Weinliebhaber ist Andalusien schlicht und einfach das Sherry-Land. Das ist nicht ganz falsch, denn noch immer ist hier fast die Hälfte der Rebfläche für die breit gefächerte Palette der Sherry-Weine reserviert, vom Fino über die Olorosos bis zu den süssen Pedro Ximenenz-Monumenten. Auch Malaga und Montilla-Moriles sind weitere Hochburgen der Likörwein-Produktion. Allerdings werden in Andalusien zunehmend auch gehaltvolle Tafelweine gekeltert, etwa in den Sierras de Málaga aus internationalen Sorten (Cabernet Sauvignon, Merlot, etc.) oder in Condado de Huelva sowie dem Sherry-Anbaugebiet aus Sorte wie Palomino und Zalema.

Geschichte

Andalusien gilt als die älteste Weinbauregion in Spanien. Schon 1 100 Jahre vor Christus, also vor der Epoche der Römer, sollen die Phönizier hier Wein angebaut, und von der Hafenstadt Cádiz (früher Gadir) aus exportiert haben. Selbst während der Epoche der Mauren, die erst nach 600 Jahren im 14. Jahrhundert endete, kam die Weinproduktion nicht völlig zu erliegen. Aufzeichnungen belegen, dass bereits im Jahr 1340 erste Sherry-Weine nach England exportiert worden sind. 1587 versenkte Sir Francis Drake einen Teil der spanischen Flotte in Cadiz und segelte mit 2 900 Fass Sherry zurück nach England, wo der Sherry immer mehr zum bevorzugten Getränk des Adels avancierte. Nachdem es den Engländern nicht gelang, Cádiz einzunehmen, kamen britische Händler nach Andalusien und bescherten dem Sherry eine Blütezeit, die um das Jahr 1870 ihren Höhenpunkt erreichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Sherry-Markt zunehmend in eine Krise, die bis heute anhält. Während sich das Geschäft mit hochstehenden Sherry-Spezialitäten in den letzten Jahren wieder belebt hat, erleben trockene Weissweine aus der Sherry-Traube Palomino und rote Tafelweine aus internationalen Sorten einen Aufschwung.

Klima und Boden

Grundsätzlich herrscht hier ein sehr warmes, mediterranes Klima, doch die häufigen Westwinde vom Atlantik her sorgen regelmässig für Abkühlung. Die Niederschlagsmenge ist mit durchschnittlich 600 Millimeter pro Jahr und Quadratmeter erstaunlich hoch. Die Finesse der Sherry-Weine beruht auf kargen, weiss schimmernden «Albariza»-Böden, die aus poröser Kreide bestehen. Ansonsten dominieren braune und rötliche Schwemmlandböden von mittlerer Fruchtbarkeit.

Anbaugebiete und Rebfläche

In ganz Andalusien sind rund 20 000 Hektar mit Reben bestockt. Die D.O. Jerez-Xères-Sherry, welche die Hälfe davon belegt, ist klar das wichtigste Anbaugebiet. Weitere Ursprungsgebiete sind Condado de Huelva, Montilla-Moriles, Malaga und Sierras de Málaga.

Weine und Produktionsmenge

Die Gesamtproduktion in Andalusien liegt bei rund 100 Millionen Liter. Die wichtigste Traubensorte ist die Palomino, aus welcher ein Grossteil der Sherry-Palette produziert wird, von den trockenen, unter einer Hefeflorschicht reifenden Finos und Manzanillas bis zu den körperreicheren Amontillados und Olorosos. In Montilla-Moriles entstehen hoch konzentrierte Süssweine aus der Sorte Pedro Ximénez, in Malaga werden aus der Sorte Moscatel ebenfalls verschiedene Typen von Süssweinen produziert. Der Boom der trockenen Weine beruht auf der weissen Palomino-Traube und auf internationalen roten Gewächsen wie Cabernet Sauvignon, Tempranillo oder Syrah.