Extremadura

Rebfläche

27 000 Hektar (nur D.O.-Weine)

Produktion

9 Millionen Liter (nur D.O.-Weine)

Top 3-Traubensorten

Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Pardina (weiss)

Weinart

Fruchtbetonte, füllige Weine mit mediterranem Charme

Wer das authentische, ländliche Spanien sucht findet es im Südwesten des Landes, in der autonomen Region Extremadura. Das dünn besiedelte Gebiet grenzt an Portugal. Der vorherrschende Landschaftstyp ist die Dehesa, lockere Haine von Korkeichen, unter denen die iberischen «Pata Negra»-Schweine frei weiden. Integriert in dieses vielfältige Ökosystem ist auch der Weinbau. Die Extremadura gilt seit einigen Jahren als Geheimtipp für ausgewogene, fruchtbetonte Weine mit mediterranem Charme.

Geschichte

Erste Weine wurden in der Extremadura schon in der vorchristlichen Zeit durch die Phönizier und die Römer gekeltert. Nach einer Phase des Rückgangs unter den Herrschaftsjahren der Mauren legte der Weinbau vom 17. bis ins 20. Jahrhundert kontinuierlich zu. Bis vor wenigen Jahrzehnten spielten hier die Genossenschaften eine beherrschende Rolle. Seit rund 20 Jahren haben nun aber kleinere, familiengeführte Bodegas in qualitativer Hinsicht das Zepter übernommen und zeigen, dass hier durchaus die nötigen Bedingungen vorhanden sind, um Spitzenweine zu keltern. 1997 wurde die Ursprungsbezeichnung (D.O.) Ribera del Guadiana eingeführt.

Geografie

Im Südwesten Spaniens an der Grenze zu Portugal gelegen. Die wichtigsten Zentren sind die Städte Cáceres und Badajoz.

Klima und Boden

Es herrscht ein kontinentales Klima mit atlantischen Einflüssen. Trockene, heisse Sommer und kurze, eher milde Winter sind die Regel. Die Niederschläge liegen bei durchschnittlich 450 Millimeter pro Jahr und Quadratmeter, in den höher gelegenen Subzonen (Cañamaero, Montánchez) fallen bis zu 800 Millimeter Regen. Während in den Flusstälern die Reben in fruchtbaren Schwemmlandböden wurzeln, herrschen in Höhenlagen Schiefer, Kies und Ton vor.

Anbaugebiete und Rebfläche

Noch immer sind in der Extremadura gesamthaft rund 75 000 Hektar mit Reben bestockt, diese Fläche dient aber auch zur Herstellung von Tafeltrauben und Brandwein. Die D.O. Ribeira del Guadiana umfasst rund 27 000 Hektar, unterteilt in sechs Sub-Regionen, nämlich Cañamero (bis 800 Meter über Meer, Schieferböden), Montánchez (Hügellandschaft, granithaltige Böden), Ribera Alta (Tiefebene mit sandigen Böden), Ribera Baja (Schwemmlandböden, warmes Klima), sowie Tierra Barros (die grösste Subregion) und Matanegra, wo auf lehmhaltigen Böden vor allem Rotweine reifen.

Weine und Produktionsmenge

Unter der Ursprungsbzeichnung Ribera del Guadiana werden jährlich rund 9 Millionen Liter abgefüllt. Grosse Mengen werden auch unter der Landweinbezeichnung Vinos de la Tierra Extremadura vermarktet. Weil nach der Reblausplage vorwiegend weisse Sorten angepflanzt worden sind, werden immer noch grosse Mengen aus weissen Sorten wie Pardina, Cayetana Blanca oder Viura produziert. Qualitätsbetriebe setzen heute aber klar auf rote Sorten wie Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Syrah.