Listrac

Rebfläche

600 Hektar

Produktion

rund 4 Millionen Flaschen jährlich

Top 3-Traubensorten

Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc

Weinart

Kräftige, robuste Rotweine.

Listrac ist nicht grösser als Moulis, doch als Appellation weit komplexer und stilmässig nicht leicht einzuordnen. Das mag an dem besonders komplexen Zusammenspiel von Terroir und Kleinklima liegen oder der Dominanz der Sorte Merlot, die eigentlich für geschmeidige, vollmundige Weine sorgen sollte, wie sie etwa auf Château Fonréaud gelingen. Doch viele Weine wirken besonders in ihrer Jugend im Gegenteil ziemlich herb und manchmal gar eine Spur rustikal.

Geschichte

Die Rebberge von Listrac wurden erst Ende des 18. und besonders im 19. Jahrhundert bepflanzt. Darum gibt es in Listrac 20 Crus Bourgeois oder bürgerliche Gewächse, aber kein einziges Cru Classé, dies, obschon eines der bekanntesten (und ältesten) Güter der Gemeinde, Château Fonréaud, das ganz oben mitten in den Reben auf einer Kieskuppe thront, ein Paradebeispiel für ein klassisches Bordeaux-Gut darstellt und ein anderes bekanntes Listrac-Gut, Château Clarke, einem Vertreter der Familie Rothschild gehört.

Geografie

Listrac liegt an der Schnellstrasse von Bordeaux nach Saint-Laurent, von allen Médoc-Gemeinden am weitesten vom Fluss entfernt, dessen ausgleichender Einfluss hier bereits etwas nachlässt. Die Rebberge stossen an die ersten Föhrenwälder des Landes.

Klima und Boden

Die Böden der Appellation verteilen sich auf drei Kieskuppen und einen Kalkkegel und sind etwas kühler als andere Médoc-Lagen. Der Merlot-Anteil in der Appellation beträgt stolze 60 Prozent. Der Cabernet Sauvignon muss sich mit 35 Prozent begnügen.

Weine und Produktionsmenge

Der höhere Merlot-Anteil und die kühleren Böden beeinflussen beträchtlich den Stil der Weine aus Listrac, deren durchschnittliche Jahresproduktion bei rund 4 Millionen Flaschen liegt. Die Unterschiede von Gut zu Gut sind hier oft beträchtlich. Schlanke, sehnige Weine koexistieren mit herben, eckigen, gerbstoffreichen Kreszenzen, die lange reifen müssen, und eleganten, geschmeidigen, vollmundigen Weinen, die schon ab dem vierten Altersjahr gut munden.

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