Sauternes/Barsac

Rebfläche

2200 Hektar

Produktion

4 Millionen Flaschen jährlich

Top 3-Traubensorten

Sémillon, Sauvignon Blanc, Muscadelle

Weinart

Edelsüsse Weissweine

Die goldfarbenen, verführerisch duftenden, natürlich süssen Weine aus Sauternes und Barsac gehörten noch vor hundert Jahren zu den gesuchtesten und teuersten Bordeaux überhaupt. Heute ist es etwas stiller geworden um diese einmaligen Elixiere. Das ist schade, denn sie haben auf der ganzen Welt keine Entsprechung.

Geschichte

Um die «Erfindung» des Süssweins ranken sich zahlreiche Legenden. Tatsache ist, dass es unter den in Sauternes herrschenden Bedingungen einfacher ist, einen Wein mit Restsüsse im Fass zu horten als einen ganz trockenen Wein. Schon im 17. Jahrhundert wurden in geeigneten Jahren süsse Weine erzeugt, auch wenn sich dieser Stil konsequent erst Anfang des 19. Jahrhunderts durchgesetzt haben mag. Die Tatsache, dass unter den 1855 klassierten rund 60 Marken 26 Sauternes zu finden sind, 10 Premiers und 15 Deuxièmes Crus Classés sowie das einzige existierende Premier Cru Supérieur, Château dʼYquem, zeugt vom damaligen Stellenwert dieser Weine.

Geografie

Sauternes liegt rund 50 Kilometer südlich von Bordeaux am linken Garonneufer. Fünf Gemeinden bilden die Appellation: Sauternes, Bommes, Preignac, Fargues und Barsac, dessen Weine zwischen der Appellation Sauternes und Barsac wählen können. Ein Barsac darf sich Sauternes nennen, aber nicht umgekehrt.

Klima und Boden

Ein kleiner, romantischer Fluss mäandert durch Sauternes, der Ciron. Den Grossteil seines Wegs von seiner Quelle bis zum Zusammenfluss mit der Garonne legt er unter schattigen Wäldern und in pittoresken Schluchten zurück und ist darum mehrere Grad kühler als die Garonne, was im Herbst die Nebelbildung fördert. Dieser Fluss liefert einen mikroskopisch kleinen Pilz, Botrytis cinerea, der die Traubenhäute perforiert und so auf natürliche Art für das Verdunsten von Wasser und damit die Konzentration der Beeren sorgt. Bestehen die Böden von Sauternes vornehmlich aus Kies und Sand, fussen die Barsac auf einem Kalkuntergrund mit rötlichem Lehm und Sand.

Weine und Produktionsmenge

Viele Sauternes schmecken schon ganz jung ungemein fruchtig und frisch trotz der Süsse, die selten aufdringlich wirkt. Doch die grössten Weine können auch ein halbes Jahrhundert reifen und duften dann besonders geheimnisvoll nach Trüffeln, Eukalyptus, Terpentin, Harz, Rosen, Kamille und anderem mehr. Wichtigste Sorte ist der Sémillon, der im Schnitt fast 80 Prozent der Assemblage ausmacht. Der Anteil des Sauvignon Blanc liegt bei 15 bis 20 Prozent, ergänzt um ein wenig Muscadelle. Die Erträge sind ungewöhnlich tief und liegen bei 9 bis 15 Hektolitern pro Hektar, was etwa 1500 bis 2000 Flaschen entspricht.

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