Thurgau: «Mostindien» punktet mit eleganten Weinen

Rebfläche

258 Hektar

Produktion

1,4 Mio. Liter

Top 3-Traubensorten

Blauburgunder, Müller-Thurgau, Garanoir

Weinart

Finessenreiche Rotweine, süffige Weisse

Der Kanton Thurgau, bekannt für seine ausgedehnten Obstplantagen (deshalb der Beiname «Mostindien»), die im Frühling mit ihrer Blütenpracht bezaubern, ist landschaftlich sehr reizvoll und hat sich mit seinen sanften Hügeln und zahlreichen intakten Dörfern und Kleinstädten seinen ländlichen Charme bewahrt. Zudem ist er bekannt für strahlende Weine.

Geschichte

Von der Römerzeit an wurde in der Region Weinbau betrieben, im Mittelalter gefördert von den Klöstern, etwa von der Kartause Ittingen im Unteren Thurtal, der grössten Weinregion. Vor rund 200 Jahren wies der junge Kanton Thurgau noch weit über 2000 Hektar Reben auf, ein fast geschlossenes Rebband zog sich von den Ufern des Bodensees und des Rheins bis hinein in die diversen Täler. Davon ist heute nur noch ein Bruchteil übrig.

Geografie

Der Weinbau des Kantons Thurgau, im Nordosten der Schweiz gelegen und an den Bodensee angrenzend, konzentriert sich im Nordwesten rund um die Kantonshauptstadt Frauenfeld und um Weinfelden. Die Reben wachsen in Höhenlagen von 400 bis 550 Metern über Meer.

Klima und Boden

Das Klima im Kanton Thurgau ist vorwiegend mild und mit 800 Millimeter Niederschlag sehr gemässigt. Bei den Böden dominieren tiefgründige, leichte Moränenböden, hin und wieder (etwa am berühmten Ottoberg) auch sandiger Lehm mit ähnlichem Kalkgehalt und Skelettanteil wie im Burgund.

Anbaugebiete und Rebfläche

Im Thurgau stehen 258 Hektar unter Reben, zwei Drittel davon mit roten Sorten bestockt, vor allem natürlich mit Blauburgunder (142 Hektar), gefolgt von Müller-Thurgau (59 Hektar) und diversen anderen weissen und roten Spezialitäten wie Garanoir, Cabernet Jura, Regent oder Pinot Gris, Sauvignon Blanc und Chardonnay. Es gibt sechs Anbaugebiete, die wichtigsten sind das Obere Thurtal mit Weinfelden und dem berühmten Ottoberg, der die schönsten Blauburgunder des Kantons ergibt, sowie das Untere Thurtal mit Uesslingen und Iselisberg. Kleinere Unterregionen sind das Lauchetal, der Rhein an der Grenze zu Zürich und Schaffhausen sowie die landschaftlich ausgesprochen reizvollen Gebiete im Seebachtal und am Untersee.

Weine und Produktionsmenge

Der Thurgau produziert rund 1,4 Millionen Liter Wein. Das Aushängeschild ist natürlich der Blauburgunder, der gerade am Ottoberg eine wunderbare Tiefgründigkeit und burgundische Eleganz erlangt. Daneben findet man spritzigen Müller-Thurgau und diverse andere weisse und rote Spezialitäten. Naturgemäss ist der Thurgau, der Heimatkanton von Professor Hermann Müller, dem Züchter der Sorte, der einzige Schweizer Kanton, der den neuen offiziellen Namen für den Riesling-Silvaner (Müller-Thurgau) vorbehaltlos begrüsst…