Wallis: Zwischen Gletschern und Mandelbäumen

Rebfläche

4941 Hektar

Produktion

ca. 34,7 Mio. Liter (60% davon rot)

Top 3-Traubensorten

Pinot Noir, Chasselas, Gamay

Weinart

Charaktervolle weisse und rote Spezialitäten

Das Wallis, der bedeutendste Weinkanton der Schweiz, ist ein Landstrich der spektakulären Kontraste. Bisweilen hat die Gegend fast etwas Exotisches mit ihrem heissen, trockenen Steppenklima, ihren Zikaden und ihren Mandelbäumen – und auf der anderen Seite mit ihren Bergkämmen, Gletschern und steilen Felshängen, auf denen sich seit Jahrhunderten auch spät reifende Rebsorten wunderbar entfalten. Das Wallis ist eine wahre Schatzkiste in Sachen autochthone Sorten.

Geschichte

In keinem Kanton ist die Geschichte des Weinbaus so gut erforscht wie im Wallis. Rebbau wurde nachweislich schon in der Eisenzeit betrieben, mit der römischen Eroberung des Wallis 15 vor Christus gelangten römische Rebsorten und vor allem das Wissen um Weinbau und Weinbereitung in die Gegend. Bis zum Ende der Römerzeit 475 nach Christus breitete sich der Weinbau immer weiter aus. Im Mittelalter (1000 bis 1500) waren es vor allem weltliche und geistliche Feudalherren, die Rebbau betrieben. Wein galt zu jener Zeit als Lebensmittel. Erst in der frühen Neuzeit entwickelte sich ein reger Weinhandel, im 19. Jahrhundert begann der Staat, den Weinbau und seine Qualität zu fördern. Die Weltwirtschaftskrise in den 1920er und 1930erJahren führte zur Gründung der Genossenschaftskellerei Provins, bis heute die grösste Kooperative der Schweiz.

Geografie

Die Walliser Reben wachsen zwischen dem Genfersee und Brig, mehrheitlich im Haupttal, an den Ufern der Rhone. Die Parzellen sind stark zerstückelt, die höchsten Reben findet man in Visperterminen auf 1150 Meter Höhe.

Klima und Boden

Die Walliser Böden sind höchst komplex. Im Unterwallis bis Saillon dominieren Granit und Gneis. Talaufwärts findet man vor allem kalkreiche Schieferböden, in der Region Salgesch abgelöst von einer Mischung aus Kalk, Schwemmland, Schiefer, Mergel und Sand. An steilen, oft terrassierten Hängen entdeckt man zahlreiche Schuttkegel. Die 4000 Meter hohen Berggipfel schützen das Tal vor Niederschlag. Das Wallis besitzt ein Steppenklima mit den geringsten Niederschlägen der Schweiz (rund 600 Millimeter) und der höchsten Sonnenscheindauer. Der Föhn trägt ebenfalls zum speziellen Klima bei.

Anbaugebiete und Rebfläche

Das Wallis ist mit 4941 Hektar Reben der grösste Weinkanton. Es ist unterteilt ins französischsprachige Unter- und ins deutschsprachige Oberwallis.

Weine und Produktionsmenge

Die Hauptsorten sind zwar Pinot Noir (1579 Hektar), Chasselas/Fendant (966 Hektar) und Gamay (623 Hektar), berühmt ist das Wallis allerdings für seine autochthonen Sorten wie Petite Arvine, Amigne, Humagne Blanche, Cornalin oder Humagne Rouge sowie für seit langem dort heimische Varietäten wie Syrah oder Marsanne Blanche. Eine weitere Besonderheit sind die edelsüssen Spezialitäten.