Valpolicella: Nicht nur Amarone

Rebfläche

5700 Hektar

Produktion

400.000 Hektoliter

Top 3-Traubensorten

Corvina, Corvinone, Rondinella

Weinart

fruchtig-frische Basisweine, gehaltvolle opulente Rot- und Süssweine aus angetrockneten Trauben 

Der Amarone hat eine der Erfolgsgeschichten des italienischen Weines geschrieben: 14 Millionen Flaschen dieses opulenten Rosso aus angetrockneten autochthonen Trauben wie Corvina und Rondinella werden inzwischen produziert. Seine Heimat ist das Valpolicella nördlich von Verona, in dem aber aus denselben Rebsorten noch andere Kreszenzen entstehen: der fruchtige Valpolicella, der kernige Ripasso und der süsse Recioto. 

Geschichte

Die ersten Spuren der Vitis vinifera sativa – und damit des Weinbaus – fand man im Valpolicella, und sie stammen aus der Zeit zwischen dem 7. und 5. Jahrhundert vor Christus. Zu Römerzeiten hiess der Wein aus dem Valpolicella Retico und war süss. Aber es dauerte noch bis ins 20. Jahrhundert, bis das Valpolicella eine der wichtigsten Weinbauregionen Italiens wurde. Verantwortlich dafür ist der Amarone: Sein Siegeszug begann erst vor knapp 60 Jahren, als man anfing, den süssen Recioto zu Ende zu vergären, bis er herb (amaro) wurde. 

Geografie

Die Classico-Zone des Valpolicella erstreckt sich über fünf Täler nördlich von Verona, die Unterzone Valpantena liegt östlich davon und reicht bis an die Vororte der Stadt. 

Klima und Boden

Die Böden im Valpolicella variieren von kalkhaltigen Sedimentböden bis hin zu lehmigen Böden mit sandigen Komponenten und liegen in einer Meereshöhe zwischen 70 und 450 Metern. Einerseits wird das Klima vom nahen Gardasee beeinflusst, andererseits von den Lessiner Bergen und den Dolomiten mit ihren kühlen Fallwinden im Norden. Im Herbst tritt oft Nebel auf, der die Antrocknung der Trauben für den Amarone beeinflusst. 

Anbaugebiete und Rebfläche

Je nachdem, ob der Wein aus der Classico-Zone in fünf Tälern nördlich von Verona stammt oder aus dem erweiterten Gebiet, das sich im Nordosten erstreckt, steht Valpolicella Classico oder nur Valpolicella auf dem Etikett. Darüber hinaus ist noch das Valpantena im Osten der Classico-Zone als Unterzone ausgewiesen.

Weine und Produktionsmenge

Die Weine der Appellation sind: Valpolicella DOC, Valpolicella Ripasso DOC, Amarone della Valpolicella DOCG und Recioto della Valpolicella DOCG. Basis eines DOC-Weines aus dem Valpolicella ist immer eine Traubencuvée: Dominant ist meist Corvina, die Rebsorte, die dem Wein seine charakteristischen Kirscharomen und seine Struktur verleiht. Dazu kommen dann noch Corvinone, Rondinella oder auch Oseletta, die den Wein mit Frische, Säure und Aromatik komplettieren. Ein Valpolicella Superiore (oder Classico Superiore) hat mindestens ein Jahr Reife hinter sich. Ein Amarone muss mindestens drei Jahre lagern, seine Trauben müssen für drei bis vier Monate in speziellen Trockenräumen antrocknen, bevor sie abgepresst werden dürfen.